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Beckmanns New York in New York
Das Gemälde „Falling Man“ (1950) in New York. Foto: THOMAS URBAIN
„Falling Man“

Beckmanns New York in New York

Seine letzten Jahre verbrachte Max Beckmann in den USA. Das Metropolitan Museum zeigt eine Werkschau.

20.10.2016
  • DPA

New York. Der Mann stürzt kopfüber in die Tiefe. Hinter ihm steigt Rauch aus einem brennenden Hochhaus. In seinem beklemmenden Gemälde „Falling Man“ von 1950 hat Max Beckmann eine Szene vorweggenommen, die sich so ähnlich ein halbes Jahrhundert später in New York abspielen sollte – als Menschen am 11. September 2001 aus Wolkenkratzern in den Tod sprangen.

Die Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Art steckt voller Referenzen an Beckmanns kurze Schaffensphase in der Metropole. Den 1884 in Leipzig geborenen Maler, dessen Kunst im Nationalsozialismus als „entartet“ gebrandmarkt war, hatte es nach zehn Jahren Exil in Amsterdam erst nach St. Louis verschlagen. Eine Professur an der Brooklyn Museum Art School führte ihn 1949 nach New York, wo er 16 Monate bis zu seinem Tod lebte.

Die Schau veranschaulicht, welche Faszination New York auf den Maler ausgeübt haben muss. „Er hat sich in New York verliebt. Für ihn war es Berlin, hundertmal verstärkt“, sagt Kuratorin Sabine Rewald. Straßenszenen malte er hier trotzdem nie, mit Ausnahme des nicht fertiggestellten „Optician‘s Window“, zu dem ihn das Schaufenster eines Optikers inspiriert hatte. In „The Town (City Night)“ greift er die Verlockungen und Gefahren der Großstadt auf: Eine nackte Frau, umgeben von zwielichtigen Nachtgestalten. Obwohl Beckmann mit dem schmalen Gehalt aus seiner Lehrtätigkeit auskommen musste, war er in edlen Restaurants ein häufiger Gast. Während er vergeblich versucht hatte, auf dem französischen Kunstmarkt Fuß zu fassen, feierte die New Yorker Presse ihn für seine klare Haltung gegen die Nazis.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Name Max Beckmann im „Met“ auftaucht: 1950 wurde sein „Selbstbildnis in blauer Jacke“ mit Arbeiten 300 anderer Künstler gezeigt. Der nicht besonders soziale Maler kam nicht zur Eröffnung, machte sich aber an einem sonnigen Dezembertag auf den Weg, um es zu betrachten. Ins Museum schaffte er es nicht – nahe dem Central Park erlitt er einen Herzinfarkt und starb.

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20.10.2016, 06:00 Uhr

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