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Brandschutz und Standsicherheit

Bedenken gegen Fluchttreppen bei Stuttgart 21

Die Diskussion um Brandschutz und Standsicherheit des Stuttgarter Tiefbahnhofs reißen nicht ab. Um beides geht es bei der Lenkungskreis-Sitzung.

04.11.2015
  • TOBIAS KNAACK (MIT DPA)

Ulm/Stuttgart Der Stuttgart-21- Lenkungskreis kommt eigentlich erst heute zusammen, doch schon gestern kochten die Dauerthemen Brandschutz und Fluchtwege des Tiefbahnhofs wieder hoch. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 kritisierte Pläne der Bahn, die angedachten acht Flucht-Treppenhäuser an die Enden der vier Bahnsteige zu verlegen, und fragt mit Blick auf Menschen mit Behinderungen: "Soll der Brandschutz nur für leistungsfähige Sprinter greifen, denen Hunderte Meter Entfernung im Brandfalle nichts ausmachen?" Laut Bahn gibt es aber für Rollstuhlfahrer Lifte, die auch bei Bränden benutzt werden können.

Die Diskussion um die Fluchtmöglichkeiten währt mittlerweile mehr als drei Jahre. Im Oktober 2012 hatte das Gutachterbüro Gruner aus der Schweiz das Brandschutz-Konzept als nicht ausreichend kritisiert. Daraufhin wurden acht Treppenhäuser - zwei je Bahnsteig, mittig positioniert - eingeplant. Doch auch diese waren umstritten, da ihr Ausgang über dem Bahnhofsdach hätte liegen sollen, wohin auch der Rauch abzieht.

Bei der Präsentation einer Kelchstütze für den Bahnhof vor drei Wochen schließlich hatte Manfred Leger, Geschäftsführer des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm, von einer Verlegung der Treppen an die Enden der Bahnsteige gesprochen. Man sei in Gesprächen mit dem Eisenbahn-Bundesamt (Eba). Die Überlegungen seien möglich, weil man den "Bahnhof als Ganzes" bewerten müsse, also mit den Tunneln, hatte Architekt Christoph Ingenhoven damals gesagt. Entsprechend gebe es mehr Zeit zur Evakuierung. Diese neue "Belüftungssituation" bestätigte gestern ein Bahnsprecher. Weitere Details gebe es derzeit aber noch nicht, sagte Projektsprecher Jörg Hamann, der betonte, dass es ein genehmigtes Konzept gebe.

Weitere Themen im Lenkungskreis werden heute die Standsicherheit und die noch nicht erteilte Genehmigung für das Gießen der ersten Betonplatte im Baufeld 16 sein. Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne) hatte die Bahn ermahnt, ihre "Hausaufgaben" zu machen und den Lenkungskreis über etwaige Mehrkosten oder Bauverzögerungen aufzuklären. Die Genehmigung muss unter anderem wegen geänderter Normen neu erteilt werden.

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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