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Begehrte Schließfächer
Ob Geldnoten, wie bei diesem Mann hier, oder Schmuck oder gar Münzen: Immer mehr Bundesbürger bunkern Wertsachen in Bankschließfächern. Foto: Fotolia
Bei manchen Finanzinstituten gibt es sogar schon Wartelisten

Begehrte Schließfächer

Bankschließfächer versprechen Sicherheit für Wertgegenstände. Der Run auf Tresore in Deutschland ist derzeit sehr groß - ob aus Sorge vor Wohnungseinbrüchen oder aus anderen Gründen.

04.04.2016
  • DPA

Berlin. Die Nachfrage nach Schließfächern bei Banken und Sparkassen boomt - manche Kunden müssen sich inzwischen gedulden. "Vor allem in Städten ist die Nachfrage größer als das Angebot", sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). "Schließfächer sind seit geraumer Zeit gefragt", ergänzte ein Sprecher des Bankenverbandes BdB. Bei einigen Instituten gebe es Wartelisten.

Ein Grund für den Run auf Banktresore könnte die Sorge vor Diebstahl sein. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland soll 2015 auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren gestiegen sein. Weitere Gründe könnten die Diskussion um die Einführung einer Obergrenze für Bargeldzahlungen und die Abschaffung des 500-EUR-Scheins sowie die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein, vermutete der DSGV-Sprecher.

Die EZB hat im Kampf gegen Konjunkturschwäche und Mini-Inflation nicht nur den Leitzins auf Null gesenkt, sondern auch den Strafzins erhöht, der fällig wird, wenn Institute bei der Notenbank Geld parken. Der BdB hält es aber für unwahrscheinlich, dass von deutschen Sparern bald auf breiter Front Strafzinsen für ihre Einlagen verlangt werden. Der Wettbewerb in der Branche sei so hart, dass Privatkunden mit Negativzinsen "auf breiter Front, auf breiter Fläche" nicht zu rechnen hätten, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer jüngst. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret befürchtet dagegen, dass Finanzinstitute die Belastungen durch Niedrigzinsen weitergeben könnten, sagte er in einem Interview. Er hält deshalb auch Negativzinsen für Konten von Privatkunden für möglich.

Doch ein Bankschließfach ist nicht kostenlos. Nach Angaben des BdB kostet es im Schnitt ab etwa 30 EUR im Jahr. Ob die Bundesbürger in den Tresoren Bargeld, Schmuck, Gold oder wichtige Unterlagen lagern, ist wegen des Bankgeheimnisses nicht bekannt.

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04.04.2016, 06:00 Uhr

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