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Kommentar

Behinderung des Kreistags

Es geht nur um die Krankenhaus-Versorgung im östlichen Kreis Freudenstadt…: Landrat Dr. Klaus Michael Rückert hat dem Kreistag nicht einmal die Gutachten vorgelegt, mit denen er es begründet, dass die Horber Klinik geschlossen werden müsse. Die Volksvertreter mussten sich mit Powerpoint-Präsentationen begnügen. Auf dieser Basis können sie nicht eine einzige der Zahlen überprüfen, mit denen der Landrat die Hospital-Schließung durchsetzen will. Er behindert gezielt die Arbeit des Kreis-Parlaments.

20.10.2012
  • Andreas Ellinger

Nach seinem Amtsantritt musste Rückert zwangsläufig mit den Kreiskrankenhaus-Beratern seines Vorgängers Peter Dombrowsky arbeiten… Dann wollte er mit manchen dieser Berater weiter zusammenarbeiten… – zum Beispiel mit Wolfgang Ziefle, der als Aufsichtsrats-Vize und Freudenstädter Rechtsanwalt das Handeln von Dombrowsky und vom damaligen Geschäftsführer Rainer Schmidhuber unterstützt hat. Und jetzt legt Rückert auch noch ein mangelhaftes Demokratieverständnis an den Tag, indem er dem Kreistag Informationen vorenthält… – um das Ziel zu erreichen, das der damalige Boss der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH anno 2006 erarbeitet hat: die Schließung des Horber Krankenhauses mit Ersatz.

Das Lied von Transparenz und Vertrauen, das der neue Landrat und KLF-Aufsichtsratsvorsitzende seit seinem Amtsantritt gesungen hat, ist schlagartig verhallt, obwohl er es immer noch singt. Als er am Montagabend in einer Pressemitteilung und einem Pressegespräch den Eindruck erwecken wollte, eine Komplettschließung der KLF-Betriebsstätte Horb sei nicht untersucht worden, hatte das Deutsche Krankenhaus-Institut soeben dem Kreistag nicht-öffentlich erklärt, dass mit einer Komplettschließung in Horb noch eine Million Euro mehr pro Jahr gespart werden könne als mit der Empfehlung des Aufsichtsrats, die eine Klinik-Schließung mit Ersatz vorsieht.

Würden einfach die bestehenden Kreistagsbeschlüsse umgesetzt, würde sich das Ergebnis des laufenden Betriebs im Hospital verbessern (siehe Bericht auf Seite 3). Erreicht würde das laut DKI, indem Umsatz im Volumen von rund 700 000 Euro vom Klinik-Standort Freudenstadt nach Horb verschoben würde. Doch das wäre das Gegenteil dessen, was die KLF seit ihrer Hospital-Übernahme betrieben hat: Unter Geschäftsführer Schmidhuber und Landrat Dombrowsky wurden die lukrativen Patientenfälle von Horb nach Freudenstadt verschoben. Das ist vielen Kreisräten womöglich beim non-public Powerpoint-Viewing am Montag nicht aufgefallen. Weil der aktuelle KLF-Geschäftsführer Peter Mast seine betriebswirtschaftliche Betrachtung der Hospital-Historie erst im Jahr 2005 begonnen hat (vermutlich, weil damals bereits das heutige Fallpauschalen-System in der Klinik-Finanzierung griff) und nicht etwa im letzten Betriebsjahr (2003) unter Leitung der Katholischen Spitalstiftung Horb.

Als Stiftung und Kreis am 16. Dezember 2003 die Klinik-Übergabe mit der Vertragsunterzeichnung besiegelt hatten, lautete die Überschrift in der SÜDWEST PRESSE des nächsten Tages: „Fusion soll Horber Hospital retten.“ Und die Unterzeile: „Mit weniger Betten und Personal in die Zukunft.“

Falls sich der Landrat und seine Aufsichtsrats-Mehrheit im Kreistag durchsetzen, geht es in Horb bald „mit mehr Reha-Betten“, aber ohne Klinik-Betten in die Zukunft. Aber wie lange? Geschäftsführer Mast sprach beim jüngsten Bürger- und Patienten-Stammtisch in Freudenstadt von Wachstumsraten in Höhe von 15 bis 18 Prozent in der Altersmedizin – in der altersmedizinischen Rehabilitation in Horb stellte er dem Kreistag hingegen ein rund 20-prozentiges Defizit-Wachstum vom Jahr 2013 bis zum Jahr 2017 in Aussicht. Das gehört „zur Zukunftssicherung des Hauses Horb“, wie sie der Aufsichtsrat anstrebt. Damit wird eine Zukunft gesichert, in der die Komplettschließung des Ex-Hospitals folgen wird.

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20.10.2012, 12:00 Uhr

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