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Ein Not-Fahrplanbuch

Behörde druckt ÖPNV-Verbindungen im Kreis

Der Landkreis wird zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember auf eigene Kosten ein Fahrplanbuch als Ersatz für das stornierte Druckwerk des Verkehrsverbunds Naldo herausbringen. Die Fraktionen des Kreistags begrüßten am Mittwoch die Entscheidung der Kreisbehörde.

07.11.2014

Von hoy

Kreis Tübingen. Diese will wie berichtet eine gedruckte Ersatzfassung mit den Fahrplantabellen aller Bus-und Zuglinien im Landkreis Tübingen mit einer limitierten Auflage von 4000 Exemplaren zum 14. Dezember herausgeben und in allen Rathäusern auslegen lassen. Die Kosten in Höhe von 10 000 Euro werden aus dem laufenden Etat bezahlt. Landrat Joachim Walter bezeichnete die Tübinger „Sonderlösung“ als mögliches Instrument, um im Naldo-Aufsichtsrat den Bedarf an den Fahrplanbüchern nachzuweisen.

Grünen-Sprecher Markus Goller bezeichnete den Naldo-Beschluss im Sommer als „großen Fehler“, zumal man nach der Sommerpause „nicht mehr reagieren konnte“. Die Fahrplanbücher, so Goller, seien auch „ein wichtiges Marketing-Instrument“. Gerade bei den Nutzern, die nicht wie Schüler oder Studierende auf den ÖPNV angewiesen sind, „krankt es an Zuwachs“. Naldo dürfe mit solchen „Unsinns-Entscheidungen“ keine potenziellen Nutzer verlieren. Auch Manfred Hofelich (FWV) fand die Fahrplanbuch-Abschaffung und die Informationspolitik „sehr befremdlich“. Er sprach von einem „echten Bedarf“, den vor allem Senioren-Gruppen formuliert hatten. An den Kosten dürfe die Herausgabe eines Fahrplanbuchs nicht scheitern. Notfalls könne man dafür auch eine „Schutzgebühr“ von ein bis zwei Euro verlangen.

Bis auf die FWV, die laut Hofelich „zu überrascht“ über die Naldo-Entscheidung war und davon erst im Kreistag erfuhr, hatten sich alle Fraktionen zusammengeschlossen und einen Antrag formuliert, dass der Landkreis ab 2015 selber ein Naldo-Fahrplanbuch herausgeben soll. Die jetzige Entscheidung der Kreisverwaltung, einen „Notfahrplan“ herauszugeben, ist nach Ansicht von Goller zwar „kein Gradmesser“ für die Zukunft. Doch die Fraktionen stellten ihren Antrag vorerst zurück. Der Landrat erklärte, er wolle sich 2015 im Naldo-Aufsichtsrat für eine Fahrplanbuch-Lösung einsetzen. Fürs neue ÖPNV-Jahr aber, so Goller „ist die Katze schon auf dem Baum“.

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Erstellt:
7. November 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. November 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. November 2014, 12:00 Uhr

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