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Nie so genehmigt

Behörde fragt Stadt zum Hirschauer Hohlweg

Asphalt auf dem Hohlweg in Hirschau hoch zur Wurmlinger Kapelle: Das hätte die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt nicht zugelassen. Doch sie ist vor der Sanierung nicht gefragt worden.

21.05.2015
  • kai

Tübingen. Die Naturschutzbehörde war über diese Art der Sanierung „alles andere als erfreut“, sagte Martina Guizetti, die Sprecherin des Tübinger Landratsamts, auf TAGBLATT-Nachfrage. Anstoß, sich dort zu erkundigen, gaben Leserbriefe, ein Bericht in dieser Zeitung über die Asphaltierung des einst geschotterten Wegs von der Ried-straße hoch in die Weinberge und eine Anfrage von AL/Grüne-Stadtrat Bernd Gugel in der jüngsten Sitzung des Tübinger Gemeinderats.

Der „idyllische Charakter“, der den Reiz des Wegs vorher ausgemacht hat, sei durch den Eingriff „massiv verändert“ worden, bemängelte Gugel. Und: Für ihn sei an dieser Stelle der Naturschutz „eindeutig der höhere Wert gewesen als die bequeme Zufahrt für wenige Anrainer und andere wirtschaftlich Nutzende“. Deshalb hakte der Stadtrat, der die steile und grobe Strecke von Mountainbike-Touren kennt, nach und fragte unter anderem nach Kriterien und dem Entscheidungsprozess.

Den Zielkonflikt zwischen Landschaftsschutz und Bewirtschaftung habe Gugel „ganz gut beschrieben“, sagte Baubürgermeister Cord Soehlke. Und: Die Verwaltung sei eingebunden gewesen. Aber kein Ausschuss, weil es sich um eine „geringe Summe“ handelte. Das Geld habe der Gemeinderat im städtischen Haushalt eingestellt.

Der Sanierungsaspekt des sehr steilen Stücks „hat Vorrang gehabt“, sagte Soehlke. Und räumte ein, dass heute „vermutlich anders entschieden“ würde. Gugel drängte nach dieser Erklärung darauf, dass es künftig „bei so sensiblen Wegen“ eine Berichtsvorlage für den Ausschuss gibt. Soehlke sagte dazu nichts. Aber immerhin so viel: „Die Sensibilität ist gestiegen.“

Damit ist die Sache allerdings noch nicht erledigt. Denn die Naturschutzbehörde hat die Stadt nicht nur darauf hingewiesen, dass der Hohlweg in einem Gebiet liegt, in dem Pflanzen, Tiere und Lebensraumtypen besonders geschützt sind. Die Behörde wartet jetzt auf eine Stellungnahme der Stadt zu dem Eingriff. Wären die Naturschützer gefragt worden, bevor das städtische Tiefbauamt den historischen Totenweg mit einem bis zu drei Meter breiten Asphaltband hat versehen lassen, „hätte sie es niemals so genehmigt“, sagt Martina Guizetti.

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21.05.2015, 12:00 Uhr

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