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Bei der Nehrener Gutenachtgeschichte lesen zwei Theologen
Geschichten aus Schwaben und Mittelamerika

Bei der Nehrener Gutenachtgeschichte lesen zwei Theologen

Harald Fischer kennt die Literatur auch aus Schriftsteller-Perspektive. Pfarrer Jörg Conrad ist schon durch seine drei Kinder ein geübter Vorleser. Heute Abend ist er zugleich der Gastgeber: Erstmals macht die TAGBLATT-Gutenachtgeschichte im Garten des evangelischen Gemeindehauses Station – bei Regen ist drinnen Platz.

03.09.2014
  • Gabi Schweizer

Nehren. Fast niemand weiß genau, wer er ist. Fast niemand weiß genau, ob er noch lebt. Aber seine Literatur empfindet Jörg Conrad als poetisch, nachdenkenswert, anregend. Er wird am heutigen Donnerstagabend aus dem Buch eines zapatistischen Rebellenführers lesen, der für seine Kurzgeschichten aus der Weisheit der alten indigenen Kultur schöpft und so erklärt, wie das Leben funktionieren kann. Allerdings hofft Conrad, dass das Nehrener Wetter nicht allzu viele Parallelen zum (feuchten) Regenwald im Süden Mexikos aufweist und die Gäste tatsächlich im lauschigen Gemeindehausgarten Platz nehmen können. Der 41-Jährige, seit 2012 evangelischer Pfarrer in Nehren, hat ein Jahr in El Salvador und Costa Rica studiert und somit einen besonderen Bezug zu Lateinamerika. Als Vorleser ist der Familienvater geübt, auch wenn die beiden ältesten Kinder inzwischen zur Schule gehen. Im Urlaub habe die Familie sich reihum Kirsten Boies „Seeräuber-Moses“ vorgelesen.

Harald Fischer bleibt mit seiner Lektüre im Ländle. Alles, was er vorträgt, ist in schwäbischem Dialekt verfasst. Und teilweise richtig kriminell. Es geht um einen Pfarrer, der unwissentlich ein Mordopfer beerdigt. Als er später erfährt, dass nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, beginnt er zu recherchieren. Unterstützung bekommt er dabei von einem Kommissar, der „als Einziger Hochdeutsch schwätzt“. Auch einige Mundart-Gedichte wird Harald Fischer vortragen, unter anderem vom früheren Herausgeber der Stuttgarter Zeitung, dessen Künstlername den Eindruck erweckt, er habe dem schwäbischen Trollinger emsig zugesprochen. Der Theologe Fischer, 70 Jahre alt, war früher Berufsschulpfarrer und zudem in Tübingen „der dienstälteste Kirchenchorleiter evangelischen Glaubens“. Auch den Talheimer Chor hat er dirigiert. Und neben seiner eigenen schriftstellerischen Tätigkeit hat er sich als virtuoser Spätzleschaber einen Namen gemacht: Der Mössinger wurde Landesmeister am Spätzlesbrett.

Musikalisch wird die Gutenachtgeschichte von Barbara Schott an der Geige und Erhard Petzold am Akkordeon begleitet, gewitzt moderiert wie immer von TAGBLATT-Mitarbeiter und Künstler Jürgen Jonas. Veranstalter sind das SCHWÄBISCHE TAGBLATT, die Buchhandlung Osiander und die evangelische Kirchengemeinde. Das Kulturforum Nehren bewirtet. Privatbilder

Info: Die Nehrener Gutenachtgeschichte beginnt heute um 19 Uhr im Gemeindehausgarten oder im Gemeindehaus (je nach Wetter). Die nächste und letzte Lesung ist am Dienstag, 9. September, um 19 Uhr vor dem Bürgerhaus in Weiler.

Bei der Nehrener Gutenachtgeschichte lesen zwei Theologen
Harald Fischer

Bei der Nehrener Gutenachtgeschichte lesen zwei Theologen
Jörg Conrad

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03.09.2014, 12:00 Uhr

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