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Gelehrte DJs rocken Mensa

Bei der Professorennacht tanzten 2000 Studierende

Vor vielen Studierenden treten sie häufig auf, aber noch nie trieben sie wie in der Professorenacht von Freitag auf Samstag gleich 2000 zur totalen Euphorie: 19 Dozenten stellten sich zum Jubiläum der Veranstaltung in der Mensa Morgenstelle ans DJ-Pult.

18.06.2012
  • Sascha Geldermann

Tübingen. Als Wu Shu-hsiung das Lied „Barbra Streisand“ auflegt, ist die Menge kaum noch zu halten. Die Professorennacht hat gerade erst begonnen, und schon ist die Tanzfläche voll von Studierenden. Shu-hsiung ist Privatdozentin der Sinologie und legte bereits vor einigen Jahren bei der Veranstaltungsreihe auf – allerdings im Sudhaus vor kleinerem Publikum.

Alle 19 Dozenten standen bereits zum zweiten Mal am DJ-Pult. „Nach fünf Jahren Professorennacht ist das Jubiläumsspecial heute ein Rückblick, bei dem wir fast alle noch einmal zusammenbringen, die im Laufe dieser Zeit aufgelegt haben“, sagt Gunnar Larsson, der die Veranstaltung vor einem halben Jahrzehnt in Tübingen erfand. Mittlerweile hat es das Format auch in zehn andere deutsche Städte geschafft. „Das Team ist dabei immer dasselbe, sodass wir freundschaftlich verbunden sind“, sagt der Moderator mit dem Spitznamen Wingman.

Nervös ist Shu-hsiung nicht: „Unterrichten ist aufregender, denn da kann etwas schiefgehen – hier nicht.“ Der professionelle DJ Caniggia sorgt dafür, dass alles glatt geht. Um die Dozenten zu unterstützen, ist er extra aus Miami angereist. Er studiert in Tübingen, lebt aber drei Monate im Jahr in den USA.

Für das Jubiläum der Professorennacht hat Caniggia den Weg gerne auf sich genommen: „Ich kenne keinen Club, in dem die Leute so sehr ausrasten – die Stimmung hier ist nicht mehr normal“, sagt er. Und er hat Recht: Die Menge kocht. Nur etwas zu hell ist es einigen. „Leider dürfen wir das Licht nicht weiter dämmen“, sagt Wingman und schiebt als Begründung hinterher: „Brandschutzbestimmungen“.

Acht Institute treten gegeneinander an. Shu-hsiung muss die Sinologie alleine vertreten, für Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Sport, Rhetorik, Pharmazie, Medizin und Jura betreten aber jeweils zwei bis drei gelehrte DJs als Team die Bühne. Jeder Dozent spielt zwei oder drei Lieder, die er selbst ausgewählt hat. Wingman packt das Lautstärkemessgerät aus und forderte nach jedem Auftritt ein lautstarkes Feedback vom Publikum. Shu-hsiung brandet auf Anhieb ein Jubel von 109 Dezibel entgegen.

Die Anglistik setzt alles daran, das zu überbieten. DJ Prof. Julian Lethbridge zieht alle Register und legt „Billie Jean“ von Michael Jackson auf. Die Menge tanzt ausgelassen – und der Professor auf der Bühne ebenso. Am Ende muss sich die Sinologie leicht geschlagen geben: 110 Dezibel zeigt das Messgerät an.

Er folgt eine abwechslungsreiche Nacht – 19 unterschiedlichen Musikgeschmäckern sei Dank. Die Studierenden nehmen alles begeistert auf – egal ob Klassiker oder Electro. Und als die Wirtschaftswissenschaftler „TNT“ von AC/DC auflegen, scheint die Menge der Aufforderung folgen zu wollen, die Caniggia zu Beginn des Professorennacht-Jubiläums verkündete: „Wir wollen die Mensa Morgenstelle heute abreißen.“

Bei der Professorennacht tanzten 2000 Studierende
DJ Prof. Ansgar Thiel, DJane Susanne Pape-Kramer und DJ Prof. Veit Wank zeigten, was für Musik und welche Tanzmoves der Bereich Sport zu bieten hat. Bild: Franke

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18.06.2012, 12:00 Uhr

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