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Bei der zehnten Chocolart kann man schlemmen und viel Gutes tun
Am 1. Dezember wird Tübingen wieder zur deutschen Schokoladenhauptstadt. Archivbild: Metz
Selbst die Schokosoße ist fair

Bei der zehnten Chocolart kann man schlemmen und viel Gutes tun

Andere Städte haben ihre Christkindlesmärkte, Tübingen hat seine Chocolart. Deutschlands größtes Schokoladenfestival wird am 1. Dezember eröffnet. Die Veranstalter rechnen mit mindestens einer Viertelmillion Besuchern.

26.11.2015
  • ulrich janssen

Tübingen. Wer in diesen Tagen ein Massen-Event plant, kommt um eine Frage nicht herum: Wie wirken sich die Attentate von Paris auf die Veranstaltung aus? Hans-Peter Schwarz, der die Chocolart im Auftrag des Tübinger HGV organisiert, weiß, wie empfindlich Besucher reagieren können. „Zu einigen Weihnachtsmärkten kommen wegen der Terroranschläge zwei, drei Prozent Besucher weniger“, erklärte er auf der gestrigen Pressekonferenz.

Besonders auffällige Sicherheitsvorkehrungen seien in Tübingen nicht geplant. So müssen sich die Chocolart-Besucher nicht auf Polizeibeamte mit Maschinengewehren einstellen. „Aber es gibt ein Sicherheitskonzept, wir sind sensibilisiert und arbeiten eng mit dem Ordnungsamt und der Polizei zusammen und haben auch eigene Security-Leute. Die werden die Augen offen halten.“

Im zehnten Jahr setzen die Veranstalter auf einiges Neue und viel Altbewährtes. Die Kinder können nach der Schule wieder in der Schokowerkstatt von Ritter Sport ihre eigene Schokolade kreieren. Außerdem kommt die Schokofee, ein Schokoclown tritt auf, und das Kindertheater „Rote Nase“ macht Schoko-Späße.

Die Erwachsenen dürfen wie im Vorjahr an über 100 Ständen jede erdenkliche Art von Schokolade kosten. „Von der Nachfrage her“, meint Schwarz, „könnten wir viel mehr machen, aber vom Platz her geht das nicht.“ Schokodüfte locken in eine „Aroma- und Genussgasse“, etliche Restaurants servieren Schokogerichte, die Post bietet einen Sonderstempel an, und auf dem Marktplatz schaffen Konditorenlehrlinge im gläsernen „ChocolateRoom“ schokoladige Kunstwerke. Außerdem gibt es Vorträge, Filme und eine große Schokoverpackungsausstellung: Im frisch renovierten Rathaus zeigt der tschechische Schoko-Chronist Stanislav Kramsky (der schon bei der ersten Chocolart im TAGBLATT ausstellte) seine historischen Schokoverpackungen.

Aufgrund starker Nachfrage wird es auch ein halbes Dutzend Glühwein-Stände geben, doch achtet Schwarz streng darauf, dass die Chocolart sich nicht zu einem der üblichen kommerziellen Weihnachtsmärkte entwickelt. „Die vielen kleinen internationalen Anbieter mit ihrem außergewöhnlichen Angebot, das ist unser Alleinstellungsmerkmal, und das muss auch so bleiben.“

Tatsächlich hat die Chocolart mittlerweile Fans weit über Tübingen hinaus. Neulich schmückte ein Chocolart-Motiv sogar das Cover des Bordmagazins der königlich jordanischen Fluggesellschaft Royal Jordanian. „Wir strahlen weltweit aus“, freute sich Schwarz. Mindestens 200 Busse werden Tübingen in den sechs Tagen ansteuern, was Einzelhändler, Hoteliers und Gastronomen freut. Jeder Besucher, verriet Schwarz, lasse im Schnitt etwa 25 Euro in der Stadt – Schokoeinkäufe nicht gerechnet.

Schon immer wichtig war den Veranstaltern, dass die Besucher mit gutem Gewissen schlemmen können. So gibt es auch in diesem Jahr viele Gelegenheiten, Gutes zu tun. Der Sozialpartner, die Evangelische Schulseelsorge, wird wieder Schokotaler anbieten, diesmal allerdings nur mit zwei Porträts: einem von Sepp Buchegger gezeichneten Gôgen und einem Palmer-Kopf. Hergestellt werden sie von von Menschen mit Handicaps in der Rösterei Samocca. Bei Ritter Sport kann man „Children for a better World“ unterstützen, die Tübinger Tafel darf sich auf Schokosachspenden freuen, und der Lions Club hilft diesmal Flüchtlingen durch den Verkauf von Wildschweinbraten – „mit fairer Schokoladensoße“.

Fair ist überhaupt das große Thema in diesem Jahr. Zahlreiche Händler verkaufen faire Schokolade, es gibt Fairtrade-Vorträge, eine Ausstellung mit „fairen Tieren“, eine „Fair“-Speisen-Verkostung und am Sonntag auch noch den 5. Fairen Markt rund ums Nonnenhaus.

Das Wichtigste über Deutschlands größtes Schokofestival

Die Chocolart wird am Dienstag, 1. Dezember, um 13 Uhr (in Anwesenheit von Pralinenkönigin Lea I.) auf dem Marktplatz eröffnet. Bis 20 Uhr sind dann die Stände geöffnet. Von Mittwoch bis Freitag kann man täglich von 10 bis 20 Uhr Schokolade kosten. Am Samstag, 5. Dezember, ist lange Einkaufsnacht: Von 10 bis 23 Uhr sind dann außer der Chocolart auch zahlreiche Läden in der City geöffnet. Am Sonntag kann man nochmal von 11 bis 19 Uhr schlemmen. Der Eintritt ist frei. Was alles wann und wo läuft, erfährt man aus dem 90-seitigen Programmheft oder über das Internet unter www.chocolart.de. Zum Festival gibt es im Stadtverkehr ein Sondertagesticket (fünf Personen für 6,70 Euro) und am Samstag kann man in den Parkhäusern der Stadtwerke kostenlos parken.

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26.11.2015, 02:30 Uhr

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