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150 Jahre Stadtwerke Tübingen

Beim Fest ins Raumschiff und zum TüBus

Beim Jubiläumsfest zum 150-jährigen Bestehen boten die Stadtwerke den Tübingern am Samstag einiges: Es ging durch die Geschichte des Betriebs, 22 Meter in der Höhe und zum Herzstück der Zentrale.

16.07.2012
  • Sascha Geldermann

Beim Fest ins Raumschiff und zum TüBus
Um den Abfall kümmerte sich Müllmann Müller beim Jubiläumsfest nicht – er zeigte bei seinem Walking-Act stattdessen Kunststücke. Bild: Faden

Tübingen. Das Betriebsgelände der Stadtwerke Tübingen (swt) verwandelte sich am Samstag von 11 bis 22 Uhr in ein Festgelände mit vielen Attraktionen. Kinder bauten in der Azubi-Werkstatt Lügendetektoren, Erwachsene probierten die zweirädrigen Segway-Fahrzeuge in einem Parcours aus und Mutige kletterten in den Korb eines Steigerfahrzeugs, um das Französische Viertel mal aus 22 Meter Höhe zu bestaunen.

Neben Unterhaltung bot das Programm auch viel Informatives. „In unserem Jubiläumsjahr möchten wir der Bevölkerung schließlich einen Einblick in unsere Arbeit geben“, sagte der energiewirtschaftliche Geschäftsführer der Stadtwerke Achim Kötzle. Und die Tübinger waren begierig darauf, die Aufgaben der swt kennezulernen: Zumindest herrschte großer Andrang bei den drei Führungen, die alle halbe Stunde starteten.

Bei einer ging es zum Blockheizkraftwerk Eisenhut, bei einer anderen durch das Betriebsgebäude der swt Tübingen. Hier nahm Walter Baur als Führer die Leute als erstes mit in das Kundenzentrum. „Am Tag gehen bei uns 600 Anrufe ein“, sagte er. Später führte er dann sogar in die Vorstandsetage.

Der Höhepunkt dieser Führung war aber der Abstecher in das Herzstück der swt: die Leitwarte. „Wir betreten nun das Raumschiff Orion“, sagte Baur. Und jeder stimmte ihm zu: Der Raum mit einem riesigen und über einem Dutzend kleiner Bildschirme hätte auch das Cockpit der Enterprise sein können. Doch zu sehen war nicht der Weltraum, sondern Wasserstände, Stromnetze und die Videoüberwachung der Parkhäuser. „Vieles ist hier automatisiert, da hier meistens nur ein Mitarbeiter sitzt“, sagte der Abteilungsleiter des Betriebsmanagements Peter Hitzfelder.

Einmal selbst hinter dem Bus-Lenkrad sitzen

Die längte Führung war die Rundfahrt, die unter anderem zum 1911 gebauten Neckarwerk führte. Durch dessen zwei Turbinen strömen in der Sekunde 8400 Liter. 90 Prozent der Energie des fließenden Wassers wird dabei in elektrischen Strom ungewandelt.

Ein anderer Stopp war das TüBus-Gelände. Hier durften sich die Besucher in der Betriebshalle selbst mal hinter das Lenkrad eines fast 20 Meter langes Busses setzen. Fahren durften sie aber nicht – Führer Andreas Schwarz hatte ganz zufällig den Schlüssel verlegt. 43 Buse und 85 Fahrer gehören zu TüBus. Bei der Führung ging es auch in die Leitstelle, in der alle Busse mit GPS überwacht werden. Jede Verspätung ist auf einen Bildschirm zu sehen. Hier können Tübinger auch anrufen und fragen, warum ihr Bus Verspätung hat.

Wer das Betriebsgelände der swt nicht verlassen wollte, konnte stattdessen auch eine Reise durch die Zeit machen. Eine Wanderausstellung führte durch die Geschichte des Betriebs. Hier erlebten die Besucher die Geburtsstunde der swt mit dem Bau eines Gaswerks im Jahr 1862 und machten auf Infotafeln Bekanntschaft mit vielen prägenden Personen des Betriebs. „Die Menschen stehen schließlich immer im Mittelpunkt“, sagte der technische Geschäftsführer Wilfried Kannenberg.

„Mitwirker“ seien dem Betrieb wichtig und überhaupt alle Menschen in Tübingen, für die das Fest am Samstag gedacht war. „Und auch die Nähe zu den lokalen Vereinen suchen wir“, sagte Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der swt. Daher standen unter anderem der Musikverein Derendingen, die Fusion Jazzband der Musikschule und die Turn- und Sportgemeinde Tübingen auf der Jubiläumsbühne.

Durch das Programm führte der Ballonkünstler Ralf Esslinger, der auf der Bühne auch zeigte, warum er im Guinness-Buch der Rekorde steht. Am Abend folgten der Illusionist Julis Frack und die einzigen internationalen Gäste: die südamerikanische Comedy-Band Lost Locos. Parallel zum Bühnenprogramm sorgte Müllmann Müller für einen Walking-Act. Er sah aus wie jemand von der Stadtreinigung – mit dem kleinen Unterschied, dass er Akrobatik sowie Zauberei zeigte und seine Mülltonne die Umgebung mit Musik beschallte.

Nicht nur mit dem Jubiläumsfest wollten die swt den Tübingern etwas zurückgeben, sondern auch mit einem Abenteuerspielplatz am Anlagensee. Die Idee dafür hatten Mitarbeiter des Unternehmens, die den Bau ehrenamtlich in ihrer Freizeit übernehmen. Entstehen soll ein großes Piratenschiff mit Beibooten, Klippen, Leuchttürmen und sandigem Wasser. An der Planung waren nicht nur Experten, sondern auch Kinder beteiligt. Die swt zahlen die 80 000 Euro für das Baumaterial, während die Stromhandelsgesellschaft Südweststrom die kompletten Transportkosten übernimmt. Für den 11. Oktober ist die Eröffnung geplant. Und auch danach kümmern sich die swt weiterhin um den Abenteuerspielplatz: Schäden an Spielgeräten, Sandkästen oder Bänken sollen umgehend repariert werden.

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16.07.2012, 12:00 Uhr

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