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Die Hoffnung fliegt mit

Beim Fliegerfest stellt sich auch ein besonderes Pilotennetzwerk vor

Wer in den Ferien nicht im Flieger saß, kann das am letzten Ferienwochenende nachholen. Beim Fliegerfest in Poltringen sind am morgigen Samstag und am Sonntag neben Rundflügen aber auch jede Menge andere Attraktionen geboten. In der Luft und auf dem Boden. Zum ersten Mal stellt sich auch die Organisation Flying Hope vor.

11.09.2014
  • Uschi Hahn

Poltringen. Mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen: für die meisten Kinder ist das inzwischen völlig normal. Manche Kinder aber sind so krank, dass sie niemals einfach so ein Flugzeug besteigen könnten. Sie werden künstlich beatmet oder müssen rund um die Uhr von Fachleuten betreut werden. Da wird das Fliegen sehr aufwändig und teuer.

Trailer zum Poltringer Fliegerfest 2014

© Video: FSV Ammerbuch 01:26 min

Um den schwerkranken Kindern dennoch Flüge zu ermöglichen – zum Beispiel zu Kuraufenthalten, aber auch von Klinik zu Klinik – haben sich Piloten in dem Netzwerk „Flying Hope“ zusammengetan. Gegründet vor vier Jahren, ermöglicht der gemeinnützige Verein immer mehr kranken Kindern, oft gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern, das Erlebnis über den Wolken. Und zwar kostenlos für die Kinder. Die Piloten spenden ihre Zeit, stellen manchmal auch das Flugzeug selbst. Weitere Kosten werden durch Spenden gedeckt

Zum Pilotenteam gehört auch Tom Link. Der 44-jährige lebt seit 14 Jahren in der Region, arbeitet als Ingenieur in der Automobilbranche und hat den Berufspilotenschein. Link arbeitet in Stuttgart nebenberuflich als Fluglehrer, beim Flugsportverein Ammerbuch gibt er ehrenamtlich Flugstunden. Gemeinsam mit zwei weiteren Flying-Hope-Piloten will er die Organisation beim Fliegerfest vorstellen.

Vor drei Jahren ging Link zum ersten Mal für den Verein in die Luft. Ihm macht das „Fliegen Spaß“. Die Idee, dabei auch noch „was Gutes zu tun“, fand der Pilot auf Anhieb gut. Dieses Jahr war er schon „deutlich über 50 Mal“ mit schwerstkranken Kindern unterwegs.

Beim Fliegerfest stellt sich auch ein besonderes Pilotennetzwerk vor
Tom Link (rechts) ist einer der 30 Piloten von Flying Hope. Das Piloten-Netzwerk ermöglicht schwerkranken Kindern Flugtransporte. So flog Link am Ostermontag Luca-Sophie mit ihrem Bruder Leon und der Mutter von Augsburg nach Dortmund zu einem Ferienaufenthalt in einer Kurzzeitpflege, der die Eltern des Mädchens entlastete. Bild: Flying Hope

Oft sind es „Kinder mit begrenzter Lebenserwartung“, die in der Maschine hat. Viele hat er auch schon öfter geflogen, kennt sie mittlerweile. „Eine gewisse mentale Belastung“ sei das schon, räumt der 44-Jährige ein. Doch er erlebt bei den Flügen mit den Kindern nicht nur Traurigkeit. Im Gegenteil. Es sei „eindrucksvoll, wie die Kinder aufs Fliegen reagieren“. Für sie sei der Transport oft einfach nur ein „tolles Erlebnis“, für das sie und die Eltern „sehr dankbar sind“. Und eben darum gehe es dem inzwischen 30-köpfigen Piloten-Netzwerk: „Den Tagen mehr Leben geben“.

Zum Fliegerfest nach Ammerbuch kommen Link und seine Kollegen mit einem der Flugzeuge, die häufig für die Kindertransporte benutzt werden, eine Cessna 421. eigentlich ist die Golden Eagle in Schwäbisch Hall stationiert. Für die Landung und den Start in Poltringen braucht sie eine Sondergenehmigung. Aber das Flugzeug mit richtiger Druckkabine, ihren imponierenden Instrumenten und der Enteisungsanlage hat schon öfter bei Flugtagen Eindruck gemacht. „Die ist toll zum Schnuppern“, findet Link. Auch wenn das in Poltringen nur per Besichtigung am Boden möglich sein wird.

Aber es ist ja nicht die einzige Attraktion am Wochenende. So werden am Samstag und Sonntag in Poltringen echte Raritäten der Luftfahrtgeschichte gezeigt: die WACO YKS-6 aus dem Deutschen Museum in Schleißheim beispielsweise, oder die North American T6, ein Trainingsflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg oder die North American P-51, ein Ganzmetall-Jagdflugzeug.

Beim Fliegerfest stellt sich auch ein besonderes Pilotennetzwerk vor
Bis zu 5000 Gäste werden beim Fliegerfest in Poltringen am Wochenende erwartet. Bild: Flugsportverein Ammerbuch

Dazu gibt es Motor- und Segelkunstflug, Schauflüge von Helikoptern, wagemutige Vorführungen am Fallschirm und die Möglichkeit, mit den Ammerbucher Piloten über den Schönbuch zu fliegen. Wer sich traut, kann am Fallschirm auch selbst im Tandem abspringen. Außerdem schickt das Porsche-Museum aus Stuttgart ein paar seiner Sportwagen und Oldtimer aufs Fluggelände nach Poltringen.

„Wir wollen ein breites Spektrum bieten“, sagt Clemens Pape vom Flugsportverein Ammerbuch. „Da soll nachher jeder sagen, es war was dabei für ihn. Es war ein klasse Tag.“ Mit dem Fliegerfest will der Verein, der den Clubs aus Herrenberg und Unterjesingen besteht, alle zwei Jahre „den umliegenden Gemeinden ein Erlebnis bieten“, erklärt Pape. „Wir wollen zeigen, dass der Flugplatz nicht nur eine Last für die Gemeinden ist, sondern auch ein Gewinn.“

Das Fliegerfest auf dem Flugplatz bei Poltringen beginnt am Samstag, 13. September, um 13 Uhr.

Der Eintritt am Samstag ist frei. Auch das Abendprogramm von 20.30 Uhr an kostet keinen Eintritt. Unterhalten werden die Gäste von Acoustic Storm und Mary Jane, die mit einer Rock Party mit Einflüssen aus Folk, Blues und Country aufwarten.

Am Sonntag geht es schon um 10 Uhr weiter mit dem Programm zwischen Flugfeld und Wolken mit Kunstflugvorführungen, Fallschirm-Sprüngen, Helikopterrundflügen und vielem mehr.

Erwachsene zahlen am Sonntag 5 Euro Eintritt, Kinder bis 14 Jahre 4 Euro; Familien maximal 15 Euro. Das Fliegerfest ist an beiden Tagen bewirtet und findet bei jedem Wetter statt.

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11.09.2014, 12:00 Uhr

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