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Die Königin der Königinnen

Beim Rosenfest fragten wir nach den Lieblingssorten

Welche ist die schönste? Diese Frage stellten wir Rosenliebhaber(inne)n auf dem Tübinger Rosenfest. Mitten im Blütenmeer des Tübinger Anlagenparks, in dem 74 Händler alles rund um die Königin der Blumen anboten, fiel die Wahl gewiss nicht leicht.

14.06.2015
  • Ulla Steuernagel

Tübingen. Der Initiator und Veranstalter des mittlerweile 11. Rosenfestes, Ulf Siebert, hat kein Problem seine Lieblingsrose zu benennen: „Die Compassion“ sagt er ohne zu zögern. Was ihn an dieser Strauch- und Kletterrose besonders anzieht, ist ihre changierende Farbe. Innen ist sie gelb und außen rosa – „salmrosa“. Die Compassion hat noch mehr Qualitäten. Sie ist nicht nur schön, sondern auch robust und sie duftet stark. Auf seinem Gütle bei Schloss Rosseck hat Siebert Compassions gepflanzt, die hier wunderbar seinen Blick ins Ammertal umranken.

Für Viola Hartmann von der Gärtnerei Sinner hat die Wahl der Lieblingsrose viel mit der eigenen Kindheit zu tun. „Die Gräfin“ riecht wie die Rose, die am Haus ihrer Großeltern in Sachsen wuchs. Zwar war jene Rose pinkfarben und die „Gräfin von Hardenberg“, die Hartmann favorisiert, ist rot. Doch der „Gräfinnen-Duft“ kommt der Oma-Rose nahe, deren Name die Gärtnerin nicht weiß. Die Gräfin ist zudem fleißiger, als man es von einer Adeligen erwarten dürfte. Sie blüht mehrmals. Man habe den ganzen Sommer Freude an ihr. Entscheidend für diese Gräfin ist wie für alle Rosenkolleginnen die Herkunft. „Rosen“, so erklärt die Fachfrau, „sind patentiert.“ Stecklinge, die nicht von den großen Rosenzüchtern mit entsprechenden Lizenzen kommen, sind illegitime Kinder. Sie dürfen auch keinen Gräfinnen-Titel tragen.

„Gertrude Jekyll“ gehört zu den englischen Sorten. Aus ihren kleinen Knospen entwickeln sich üppig gefüllte Blüten. Doch was Almut Schubert aus Horb besonders an dieser Strauchrose gefällt: „Sie duftet stark.“ Deshalb hat die Horberin sie auch direkt an ihre Terrasse gepflanzt. Sobald sie in die Nähe der Rose kommt, hat sie schon diesen betörenden Duft in der Nase. Zumal die Jekyll auch zu den Rosen gehört, die wie verrückt Blüten produzieren. „Eigentlich ist ein dunkles Orange meine Lieblingsfarbe“, so Schubert. Aber dieses Duftes wegen ist sie bei ihrer Lieblingsrose auch mit Pink einverstanden.

Auch was für Intuitivgärtner

Vom Duft her nimmt die „Eden Rose 85“, die Margrit Brenner aus Horb am liebsten mag, es nicht mit der Jekyll auf. Der Züchter gibt ihr deshalb nur einen „Duft-Punkt“. Auch der Name klingt nicht so, wie es sich für eine „Romantik-Rose“ gehörte. Für Brenner sieht die weißrote Blüte jedoch besonders verführerisch aus: wie eine kleine Pfingstrose. „Selbst in verblühtem Zustand ist sie noch schön.“

Ludmila und Ulf Schreiner haben fürs Rosenfest einen Plan gefasst. Sie wollten eine Rose kaufen, die ihnen beiden sofort gefällt. Ihre einstimmige Wahl fiel auf „Magma“, eine Schnittrose mit leuchtend gelb-roter Blüte. „Da ist Feuer drin“, schwärmt Ludmila Schreiner. Es ist nicht die erste Rose im Garten der Familie Schreiner. Rosenexperten, so gestehen sie, seien sie jedoch keine: „Wir sind Intuitivgärtner.“

Die neue Rose wird in der kommenden Woche, wenn das Paar Silberhochzeit feiert, auf den Tisch gestellt. Ihre Partnerschaft bahnte sich vor 25 Jahren auf kommunalem Wege an. Das Paar lernte sich auf der allerersten Reise kennen, die Tübinger zur Partnerstadt Petrosawodsk unternahmen.

Eine Lieblingsrose? Petra Erbele, die gerade ein Gläschen Rosen-Prosecco schlürft, schüttelt den Kopf: „Ausgeschlossen!“ Auf die Albstädterin wirken alle Rosen. „Ich steh‘ vor einer Rose und sag‘: ,Das ist die Schönste!‘ Dann seh‘ ich eine andere und dann ist das die Schönste.“ Erbele entscheidet sich also konsequent für die nächste Beste: eine Bernstein Rose.

Beim Rosenfest fragten wir nach den Lieblingssorten

Beim Rosenfest fragten wir nach den Lieblingssorten

Leuchtende Blüten, strahlendes Wetter – bessere Bedingungen hätte das 11. Rosenfest kaum haben können. Samstag und Sonntag besuchten rund 7000 Rosenfreundinnen und -freunde die Messe im Tübinger Anlagenpark. Neben den Verkaufsständen mit Blumen, Gartenzierrat und allerlei Blumigem von Kleidern bis Naschwerk gab es viel Begleitprogramm rund um die Rose. Veranstalter Ulf Siebert trug Gedichte vor, es gab Erklär-Spaziergänge mit dem Rosenspezialisten Alois Leute, Feng Shui-Vorträge von Barbara Heuschkel, Pflegetipps von Winfried Werner und Historisches von Wolfgang Jurisch.

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14.06.2015, 12:00 Uhr

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