Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Beleidigter Prinzgemahl
Dänemark

Beleidigter Prinzgemahl

Es könne nicht angehen, dass er nur Prinzgemahl sei und seine Frau Königin. König wolle er sein, posaunte Prinz Henrik von Dänemark, seit den 70er Jahren Ehemann von Königin Margrethe II., immer wieder in Mikrofone. "Warum sollte ich unter meiner Frau stehen?", sagte der 81-Jährige zuletzt.

18.04.2016
  • ANDRÉ ANWAR

Es mache ihn wütend, Opfer von Diskriminierung zu sein. "Dänemark, sonst als eifriger Verfechter der Geschlechtergleichstellung bekannt, ist offenbar dazu bereit, Ehemänner als weniger wert als deren Frauen zu betrachten", beklagt der aufbrausende Franzose.

Vielleicht brachte dies das Fass zum Überlaufen. Die Regentin, die sonst nie zu privaten Angelegenheiten spricht, verkündete: "Mein Mann hat beschlossen, kürzerzutreten. Wenn ich mich in normalem Dänisch ausdrücken darf: Er geht in Rente." Eine so klare Ansage wäre eigentlich nicht nötig gewesen, kommentierten Hofkenner. Niemand hätte sich gewundert, wenn Prinz Henrik einfach weniger gearbeitet hätte. Doch Königin Margrethe wollte möglicherweise etwas anderes sagen. Denn jetzt verkündete der Hof, dass der Gemahl der Königin "auf eigenen Wunsch" den Titel Prinzgemahl ablegen wird. "Prinz Henrik sieht sich selbst in einer anderen Rolle nach seiner Pensionierung. Einer weniger offiziellen, und er möchte das auch mit seinem Titel unterstreichen", erklärte Hofsprecherin Lene Balleby vorsichtig.

Hofexperten halten das alles für absurd. Henrik verhalte sich wie ein trotziges Kind. Königshausexpertin Trine Villemann vermutet: "In ihm ist schon seit 40 Jahren der Zorn darüber vorhanden, dass er nicht mit seiner Frau gleichgestellt wird. Nun reicht es ihm einfach." Eigentlich hatte der Hof gehofft, den Rückzug aus der Rolle als Prinzgemahl etwas stiller zu gestalten.

Doch für Prinz Henrik könnte der laute Schuss mit der Titelstreichung nach hinten losgehen. Die dänischen Untertanen mochten den etwas zu stolzen Franzosen nie richtig. Da sein ungewöhnlicher Abtritt so laut ausfällt, ist eine große Mehrheit des Volkes nun dafür, die Apanage kräftig zu kürzen. Derzeit erhält er für 220 Arbeitstage im Jahr umgerechnet 4886 Euro am Tag - steuerfrei. Ob Königin Margrethe reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball