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Herzog provoziert Pächterin

Belle Arti-Chefin sieht sich seit längerem schikaniert und zieht vor Gericht

Am Ersten Weihnachtsfeiertag pinselte Dipl. Ingenieur Mayk Herzog zwischen 11 und 13 Uhr in großen weißen Buchstaben – nicht gerade sauber, sondern mit einigen herabtriefenden „Rotznasen“ – auf die West- und Nordfassade des Belle Arti in der Horber Neckarstraße 17 den Hinweis: „Café-Bar zu vermieten M. Herzog“.

27.12.2014
  • Reinhard Seidel

Horb. Für die Chefin des Lokals, Nadine Wäschle ist dies nur eine weitere „Provokation“ des Ingenieurs. Nadine Wäschle erzählt, dass sie mitbekommen habe, dass sich am Ersten Weihnachtsfeiertag an der Fassade des Lokals etwas tue. Ein Mann ging vor die Tür und fragte Herzog, was die Pinselei solle? Dieser meinte sinngemäß: „So ist das, wenn keine Miete bezahlt wird.“

„Und das stimmt nicht“, versichert die Pächterin. Gegenüber der SÜDWEST PRESSE legte sie gestern Nachmittag den Kontoauszug vom Dezember vor. Aus dem geht hervor, dass die Pacht in diesem Monat bezahlt worden ist.

Den wahren Grund für die ständige Schikaniererei sieht Nadine Wäschle in einem internen Konflikt. Es sei eine Tatsache, dass sie den Strom für mehrere der 30 Zimmer bezahlt, die Herzog beispielsweise im Immobilien Scout 24 „für Schüler, Studenten, Referendare und Lehrkräfte“ anbietet. Er verlangt von ihnen auch Nebenkosten. Eine Rückvergütung des Stroms von Herzog habe es aber nie gegeben.

Es existierten im Gebäude drei Zähler, man könne aber nicht genau nachverfolgen, was wo angeschlossen sei. Daraufhin angesprochen habe Herzog ihr gegenüber gesagt, das sei nicht sein Problem. Sie hat einen Anwalt eingeschaltet, der Herzog zwei Briefe geschrieben hat. Keine Reaktion. „Deshalb gehe ich jetzt vor Gericht“, verspricht die Chefin.

Und es gibt wohl noch andere Provokationen: Herzog hat zum Beispiel auch schon auf die Küchentür geschrieben, dass sie keine Miete bezahle. In seinem Büro im ersten Stock lasse er laut Musik laufen, worüber sich ihre Gäste schon beschwert hätten. Er komme auch unerlaubt runter ins Lokal, als ob er etwas suche. Deshalb hat Nadine Wäschle an der Treppe eine Alarmanlage installiert.

„Und um uns noch weiter aufzuregen, hat Herzog eine Waschmaschine für die Bewohner der Zimmer aufgestellt. Auf einem Zettel verlangt er von jedem Bewohner sechs Euro Stromkosten im Monat.“

Derzeit zahlt Nadine Wäschle nach ihren Angaben im Monat 2600 Euro für den Strom. Müsste Herzog Verteiler einbauen, so entstünden nach der Recherche der Pächterin grob 4000 Euro Kosten. Nach Rücksprache mit der EnBW denkt die Chefin, dass sie pro Monat zwischen 500 und 600 Euro Stromkosten von Herzog für die nicht von ihr genutzten Räume zurückfordern könnte. Und zwar seit Februar, als sie die Lokalität angepachtet hat. Der Vertrag läuft übrigens auf Herzogs Frau Birgit und noch bis 2018.

Nadine Wäschle ist überzeugt davon, dass hier der wahre Grund für die ständigen Provokationen liege. Ihr sei zu Ohren gekommen, dass Herzog in finanziellen Schwieirgkeiten sei. Er wolle deshalb sämtliche Kosten sparen. Sie wisse auch, dass Herzog von den Wohnungsmietern einbehaltene Kautionen nicht zurückbezahlt habe. Laut Immobilien Scout 24 verlangt Herzog für ein 18 Quadratmeter großes Zimmer eine Kaution von 400 Euro. Am heutigen Samstag hat Nadine Wäschle einen Termin bei der Polizei. Sie möchte unter anderem besprechen, wie sie verhindern kann, dass Herzog ohne ihre Erlaubnis ihr Lokal betritt.

Die SÜDWEST PRESSE rief gestern Mayk Herzog an und fragte ihn, ob er sich zu seinem Graffiti äußern wolle. Die Antwort war ein deutliches Nein.

Belle Arti-Chefin sieht sich seit längerem schikaniert und zieht vor Gericht
Die Weihnachtsgraffiti von Mayk Herzog auf dem Belle Arti.Bild: sei

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27.12.2014, 12:00 Uhr

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