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Benedikt XVI.:
90 Jahre
Tradition
Papst Benedikt 2009. Am Ostersonntag wird er 90. Foto: dpa
Kirche

Benedikt XVI.: 90 Jahre Tradition

Am Sonntag feiert der emeritierte Papst Geburtstag. Die Arbeit an seinem theologischen Werk hat er eingestellt.

12.04.2017
  • BETTINA GABBE

Rom. Papst Benedikt XVI. schrieb an dem Tag Geschichte, an dem er im Februar 2013 auf Latein bei einer Routine-Versammlung von Kardinälen überraschend seinen Rücktritt ankündigte. Das Kirchenoberhaupt stieß durch seinen Amtsverzicht konservative Kirchenkreise vor den Kopf, während er den Weg für Reformen in der vatikanischen Kurie frei machte. Seither lebt Benedikt zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan, in dem er ausgewählte Besucher empfängt. Dort wird der am Karsamstag des Jahres 1927 im bayerischen Marktl am Inn geborene emeritierte Pontifex am Ostersonntag seinen 90. Geburtstag feiern.

Die Arbeit an seinem umfangreichen theologischen Werk hat Benedikt aufgrund schwindender Kräfte mittlerweile eingestellt. Sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, beschreibt ihn jedoch als geistig rege. Kritiker des Reformkurses seines Nachfolgers Franziskus berufen sich gern auf den emeritierten Papst, konnten ihn jedoch nicht dazu bewegen, eine aktive Rolle beim Widerstand gegen eine Öffnung der Kirche zu spielen.

Als der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger am 19. April 2005 zum Papst gewählt wurde, freuten sich in Deutschland nicht nur seine Anhänger. Kritiker des langjährigen Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation hofften, dass Ratzinger sich als Papst vom strengen Glaubenshüter zum Reformer wandeln würde. Doch er verfügte nicht über das nötige Interesse an Verwaltungsfragen. Lieber schrieb er theologische Werke.

In der Abgeschiedenheit der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo am Albaner See empfing Benedikt Gäste wie die anti-islamische Journalistin Oriana Fallaci (1929-2006), den Theologen Hans Küng und den Generaloberen der Piusbruderschaft, Bernard Fellay. Obwohl er sich zu Ökumene und interreligiösem Dialog bekannte, löste Benedikt auch heftige Empörung aus. Das Zitat eines byzantinischen Kaisers, nach dem der Islam „nur Schlechtes und Inhumanes“ mit sich gebracht habe, wurde trotz gegenteiliger Beteuerungen als seine persönliche Meinung aufgefasst. Bettina Gabbe

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12.04.2017, 06:00 Uhr

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