Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Herr der Lüfte

Benjamin Fichtner ist Fluglotse

Flugzeuge müssen fünf nautische Meilen Abstand voneinander halten, also 1,8 Kilometer. Darauf achten Fluglotsen wie Benjamin Fichtner (23) – er hat eben seine Ausbildung abgeschlossen.

05.10.2010

Was macht man in der Ausbildung zum Fluglotsen?

Die Ausbildung zum Fluglotsen ist das erste Jahr komplett auf englisch, da man mit den Piloten über Funk auch immer englisch spricht. Die ersten drei Monate sind extrem hart, da man mit Theorie überschüttet wird und pro Woche zwei bis drei Prüfungen hat. Aerodynamik, Flugnavigation, Funkphrasen, Flugrecht, Flugzeugtechnik, Flugfernmeldedienst müssen wir erlernen. Ebenso, wie Flughäfen aufgebaut sind, oder Flugregeln in der Luft und am Boden. Es gibt zum Beispiel in der Luft auch rechts vor links.

Und die Flugpraxis?

Neben dem Theoretischen kommt mit der Zeit immer mehr Simulation dazu. Am Anfang geht es hauptsächlich darum, die richtigen Phrasen zu sprechen. Später kommen dann langsam aber sicher Verkehrsprobleme dazu, die man lösen muss. Im Praktischen gibt es dann auch recht viele Prüfungen. Dort ist es so, dass man den Status „Training Problem“ bekommt, wenn man nicht besteht, und beim zweiten Verhauen ist man „Conditional Go“, und wenn es dann immer noch nicht geklappt hat ist man draußen. Nach einem halben Jahr ist die Grundausbildung abgeschlossen und man hat in jeden Arbeitsbereich eines Fluglotsen etwas reingeschnuppert. Dann macht man ein Rating (Tower, Approch oder Area), welches wieder ein halbes Jahr geht und fast nur aus Simulation besteht. Dann wird man spezifisch auf den Luftraum im Simulator ausgebildet, bis man mit Lehrer neben sich auch raus auf die Bahn darf. Im „On the job training“, wie sich das nennt, muss man auch drei Phasen mit Prüfungen abschließen, und dann ist man Fluglotse.

Was macht man als Fluglotse?

Die fachliche Bezeichnung eines Fluglotsen ist Flugverkehrsleiter. Es gibt drei verschiedene Arten von Lotsen. Die im Turm auf dem Flughafen, welche dafür verantwortlich sind, dass auf dem Flughafen und im Umkreis von rund 15 Kilometern alles sicher aneinander vorbeikommt. Dann gibt es die „Approach Lotsen“, welche die Flieger für den Anflug in richtigen Abständen aufstaffeln und die Abflüge bis zu einer gewissen Höhe machen. Dann gibt es noch die „Area Lotsen“, die Überflüge machen und dafür sorgen, dass kreuzender Verkehr aneinander vorbeikommt und immer die Mindestdistanz von fünf nautischen Meilen (1,8 Kilometern) und 1000 Fuß (300 Metern) einhält.

Wie viele Lehrjahre gibt es?

Etwa zweieinhalb, das hängt von der persönlichen Leistung ab.

Was braucht man, um Fluglotse zu werden?

In Deutschland braucht man Abitur. Ich mache es in der Schweiz, und da hat meine Fachhochschulreife ausgereicht.

Machte dir die Ausbildung Spaß?

Die Ausbildung war sehr hart, und der Spaß kam dabei oft zu kurz, aber im Großen und Ganzen schon. Es herrscht immer ein immenser Leistungsdruck, den man erfüllen muss.

Fragen: Yannick Walter, 19

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.10.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball