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Jobstart

Beobachten lautet die Devise

Karrierecoach Petra Hoffmann und Personalberaterin Ingrid Marold geben Tipps für den Beginn am neuen Arbeitsplatz.

28.11.2016
  • LORENZO ZIMMER

Ulm. Fettnäpfchen, versteckte Hierarchien, unverständliche Aufgabenstellungen, ungewohnte Arbeitsbedingungen: Der erste Tag am neuen Arbeitsplatz kann zu einer echten Herausforderung werden. Wenn die Rahmenbedingungen gut sind, eine Einarbeitung für den Arbeitgeber selbstverständlich ist und die Kollegen offen auf Einsteiger zugehen, findet man leichter in den richtigen Tritt. Doch was tun, wenn es nicht so ist?

„Dann würde ich versuchen, mir das nötige Wissen eigenständig anzueignen und gegebenenfalls danach zu fragen“, rät Petra Hoffmann. Die studierte Pädagogin, Psychologin und gelernte Logotherapeutin trainiert Mitarbeiter von Unternehmen und Institutionen in den Bereichen Führung, Kommunikation, Konfliktmanagement und Motivation. Aus ihrer Sicht sind eine schnelle Auffassungsgabe und offene Wahrnehmungskanäle gerade beim beruflichen Start besonders wichtig.

Denn als Neuling in einem eingeschworenen Team begegnet man sehr vielen Spannungsfeldern: Profil zu zeigen, ohne sich auf Kosten anderer zu profilieren, oder eine kollegiale Nähe zu kultivieren, ohne sich kumpelhaft anzubiedern. „Das alles sind wichtige Balancen, die es auszuloten gilt“, meint Kommunikations- und Konfliktmanagement-Expertin Hoffmann. Nach der Erfahrung der Personalberaterin Ingrid Marold funktioniert das am besten, wenn man eifrig beobachtet: „Das ist das A und O“, sagt die 55-jährige diplomierte Biologin. „Jedes Unternehmen hat eine eigene Kultur.“ Das bezieht sich auf das gemeinsame Mittagessen, auf die Ansprache der Kollegen mit „Du“ oder „Sie“, auf das Mitbringen von Kuchen zum Geburtstag, aber auch auf inhaltliche Dinge wie projektbezogenes Arbeiten oder den Umgang mit Abgabetermine: „Ich würde viel beobachten und bei Unklarheiten nachfragen“, so Marold.

Völlig tabu sind aus Sicht der Expertin jedoch Flirts am Arbeitsplatz und Debatten über politische Ansichten – besonders als Neuling: „In den ersten Tagen steht das Kennenlernen des Arbeitsalltags im Vordergrund. Es geht darum, in die Bewältigung der eigenen Aufgaben hineinzuwachsen.“ Je schneller das gelingt, desto sympathischer wirkt man auf die Kollegen: „Wenn ich meinen Job gut mache und im Team funktioniere, kommt das auch gut an.“ Auch mit religiösen oder extremen Ansichten sollte man sich zurückhalten.

Ein Kleidungsstil kann ebenfalls zur Unternehmenskultur gehören. Marold rät hier zum Understatement: „Ich würde mich da speziell am ersten Tag eher zurückhalten.“ Eine Ausnahme seien Branchen, wo exaltiertes Auftreten explizit gewünscht ist – etwa in der Werbung: „Wenn es dann auch zu meiner Persönlichkeit passt, kann das richtig sein.“ Bei Unsicherheiten rät sie aber zur Zurückhaltung. Hoffmann hingegen beantwortet das anders: „Ich würde sagen: lieber overdressed als underdressed.“ Auch hier verweist sie auf ein Spannungsfeld: „Da muss ich eine Balance finden zwischen Selbstverwirklichung und Anpassung.“ Bei Problemen und Unklarheiten raten beide Expertinnen klar zu einem offenen Umgang: „Ich würde Fehler, speziell am Anfang, auf keinen Fall unter den Teppich kehren“, sagt Hoffmann.

Mit Fehlern offen umzugehen und sie als eigene Lernchance zu begreifen, sieht auch Marold als wichtig an: „Wenn mir Infos für meine Aufgabe fehlen, sollte ich diese aktiv einholen.“ Einen schlechte Eindruck könne hingegen passives Verhalten hinterlassen: „Wenn ich etwas erledigen soll und mich erst, wenn es eigentlich schon erledigt sein sollte, erkundige, wie es denn geht, ist das eher schlecht.“ Das gelte ebenso für den Umgang mit der firmeneigenen Software, dem E-Mail-Konto oder anderen ablaufbezogenen Tätigkeitsfeldern im Unternehmen.

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28.11.2016, 06:00 Uhr

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