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Berlin Calling

Das Porträt der Techno-Szene hat Stallgeruch. Aber dann will Stöhr wie Ikarus zu hoch hinaus . . .

Das Porträt der Techno-Szene hat Stallgeruch. Aber dann will Stöhr wie Ikarus zu hoch hinaus . . .

Berlin Calling

© null 02:10 min

Deutschland

Regie: Hannes Stöhr
Mit: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
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Vom griechischen Sagenhelden Ikarus wissen wir, dass dem Übermut der Absturz auf dem Fuße folgt. Auch sein Berliner Namensvetter, der sich DJ Ickarus nennt, strebt in seinem Metier der Sonne entgegen. Wenn der Elektronik-Musiker nicht gerade umjubelter Fixpunkt einer extatisch tanzenden Masse ist, arbeitet er wie besessen an seinem neuen Album, das ihn endgültig in den Techno-Olymp heben soll.

Doch die nimmer endende Party fordert ihren Tribut. Ohne Pulver und Pillen geht bei Ickarus nichts. Eines Morgens, nach einem besonders fiesen Cocktail, findet er sich verwirrt in einem Psychiatriebett wieder. Doch der Warnschuss geht fehl; erst nach etlichen weiteren Ups und Downs dämmert dem DJ, dass er sein Leben einer grundlegenden Revision unterziehen muss.

Der in Hechingen aufgewachsene Regisseur Hannes Stöhr („Berlin is in Germany“, „One Day in Europe“) kennt sich in der Technoszene gut aus, was seinem neuen Film zweifellos zugute kommt. Die Rave- und Club-Sequenzen sind kraftvoll und authentisch. Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner, selbst ein bekannter DJ, mag kein begnadeter Schauspieler sein – den Egomanen, der vor lauter Beats und Loops aus dem Computer den Rhythmus des Lebens überhört, nimmt man ihm aber durchaus ab.

Sobald der Film das sichere Terrain des Szeneporträts verlässt und sich zum Künstlerdrama aufschwingt, kommt er aber doch sehr ins Holpern. Das liegt vor allem daran, dass das Drehbuch den Helden ziemlich alleine lässt. Seine designierte Gegenspielerin, die von Corinna Harfouch gespielte Ärztin mit Achtundsechziger-Attitüde, kommt übers Stichwortgeben nicht hinaus. Inhaltlich wird vor allem der Altväter-Hausrat rund um Genie und Wahnsinn abgewickelt. Versöhnlich stimmt der von Kalkbrenner komponierte Soundtrack, der selbst bisherige Kostverächter ein bisschen für moderne elektronische Tanzmusik begeistern sollte.

Siehe auch:Hechingen - Berlin - Locarno für 20.000 Menschenaugen

Spielplan

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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