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Kolonialverbrechen in Namibia

Berlin will sich entschuldigen

Die Bundesregierung will sich offiziell für die deutschen Kolonialverbrechen im heutigen Namibia entschuldigen. Am Ende der Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit werde es "eine Entschuldigung von der deutschen Seite" für die Ereignisse ab 1904 geben, sagte der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz.

28.04.2016
  • DPA

Damals war ein Aufstand der Stämme Herero und Nama von den deutschen Kolonialtruppen brutal niedergeschlagen worden mindestens 60 000 Herero und 10 000 Nama wurden getötet.

Delegationen beider Länder arbeiteten an einem Text, der von beiden Parlamenten verabschiedet werden soll. Polenz äußerte die Hoffnung, dass die Verhandlungen noch in diesem Jahr beendet werden könnten, damit das Parlament noch in dieser Legislaturperiode abstimmen könne. Besprochen würden auch "Projekte einer gemeinsamen Erinnerungskultur", sagte der CDU-Politiker. Polenz ist seit Ende vergangenen Jahres Sonderbeauftragter der Regierung für die Aufarbeitung der gemeinsamen Kolonialvergangenheit.

Der frühere Botschafter Zedekia Ngavirue sprach von einer "langen und schmerzhaften" gemeinsamen Geschichte, die Namibia und Deutschland verbinde. Nun sei es aber gelungen, auf der Basis freundschaftlicher Beziehungen einen Rahmen für einen umfassenden Verhandlungsprozess zur Aufarbeitung abzustecken.

Deutschland zählte das heutige Namibia von 1884 bis 1915 unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika zu seinen Kolonien. Als die Herero 1904 einen Aufstand begannen und mehr als hundert Deutsche getötet wurden, ordnete General Lothar von Trotha die Vernichtung des Stammes an.

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28.04.2016, 06:00 Uhr

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