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Was schafft eigentlich...

Bernhard Bruscha

Transtec-Gründer Bernhard Bruscha ist Investor und Weltenbummler – mit einem Wohnsitz in Tübingen, einem zweiten an der kalifornischen Pazifikküste und der Familie seiner Frau in Vietnam. Bei seinen vielen Reisen vor allem nach Fernost verbindet der langjährige Mehrheitsaktionär der Tübinger IT-Firma Transtec meist Geschäftliches mit Privatem.

25.07.2014
  • TEXT: Volker Rekittke | FOTO: Ulrich Metz

Sein Lieblingsland in Asien? „Zum Urlaubmachen Thailand“, sagt Bernhard Bruscha. „Da gibt’s das beste Essen und super Strände.“ Die interessanteste Kultur, die größte Vielfalt, die gibt’s in China. Geschäftlich ist das Reich der Mitte für den Gründer und langjährigen Chef der Tübinger IT-Firma Transtec ohnehin das spannendste Land. „Die schaffen es sogar, Flughäfen zu eröffnen“, lästert Bruscha. „Wenn man zuerst einen modernen Bahnhof in Schanghai und danach den Stuttgarter Hauptbahnhof betritt, fühlt man sich von der Zivilisation in die Dritte Welt versetzt.“

Bernhard Bruscha und seine vietnamesischstämmige Frau Heidi Nguyen – sie kam Anfang der 1990er Jahre mit anderen Boatpeople in die USA – sind begeisterte Hobbyköche. Beide lieben die asiatische Küche, speziell die vietnamesische, aber auch schwäbische Klassiker. Am letzten Tag einer Reise geht’s deshalb meist in einen Laden, um Zutaten für das nächste noch unbekannte Gericht zu kaufen.

Anfang des Jahres stieß der Transtec-Mehrheitsaktionär die Hälfte seiner Unternehmensanteile ab. Er behielt bewusst nur 24 Prozent und verzichtete damit auf die Sperrminorität, die ihm – bei mehr als einem Viertel der Aktien – erweiterte Mitspracherechte eingeräumt hätte. Es sei gut, nach all den Jahren ein bisschen „emotionale Distanz“ zu seinem 1980 gegründeten „Baby“ zu bekommen, sagt der 61-Jährige.

Beim Transtec-Börsengang 1998 verdiente Bruscha viel Geld. In dem Jahr war er sogar – zumindest auf dem Papier – der reichste Tübinger: Sein Aktienpaket war damals eine halbe Milliarde Mark wert. Bruscha investiert schon seit Jahren fast ausschließlich in Asien – teils privat, teils über seine Tübinger Beteiligungsgesellschaft TL Investment. „Auf Märkten, die jedes Jahr um 8 bis 10 Prozent wachsen, kann man als Investor relativ viele Fehler machen, bevor es einem richtig schlecht geht“, analysiert Bruscha nüchtern. Und so richtig viele Fehler hat er noch nicht gemacht. Das hat mit Erfahrung und dem richtigen Riecher zu tun, mit seiner Begeisterung für fernöstliche Boom-Märkte.

Manchmal ist aber auch eine Portion Glück dabei: Seine Beteiligung an einem chinesischen Milchwerk stieß Bruscha ziemlich genau vier Monate vor Bekanntwerden des Milchpulverskandals 2013 ab. Und obwohl die Firma nichts mit gepanschter Säuglingsnahrung zu tun hatte: „Danach wurde es schwierig, irgendwas mit Milch in China zu verkaufen.“

Folgt Bruscha bei seinen Investitionsentscheidungen ethischen Kriterien? Aber ja: „Ich würde mich nie an einer Firma beteiligen, bei der ich nicht den Eindruck habe, dass alle fair behandelt werden.“ Auch eine Zigarettenfirma wäre für ihn ein No-Go.

Gestern China, heute Tübingen, morgen Kalifornien, wo Bernhard Bruscha und seine Frau Heidi einen Zweitwohnsitz direkt am Pazifik haben: „Ich bin gern in Tübingen“, sagt der Vielreisende. Aber schon nach ein paar Wochen – wenn alle Freunde besucht, über alles geredet ist, die Geschäfte erledigt sind – zieht es ihn weiter. „Jetzt reicht’s, ich will wieder was anderes sehen.“ Seine Frau, die an einer US-Fernuniversität Master of Business Administration (MBA) lehrt, ist oft mit dabei, manchmal reist er auch alleine. Meist verbindet Bruscha die Suche nach neuen Investitionsobjekten mit privaten Entdeckungsreisen, ob politisch oder historisch, kulturell oder kulinarisch. „Ich bin mein eigener Chef, keiner kann mir reinreden.“

„On The Road“ („Unterwegs“) heißt der Klassiker, den Jack Kerouac 1957 schrieb. Passt das für ihn, obwohl er sich ja mehr durch die Luft als über Straßen bewegt? Bernhard Bruscha lacht: „’Stuck on the planet‘ passt besser“, findet er: „Ich hänge auf diesem Planeten fest.“

Bernhard Bruscha

Bernhard Bruscha
Bernhard Bruscha und seine Frau Heidi unterstützen in Vietnam mehrere Waisenhäuser. Die von Nonnen geführten Häuser bekommen kein Geld vom Staat (mehr Infos: www.tl-investment.de/stiftung.php).

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25.07.2014, 12:00 Uhr

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