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Ausbildung erleichtert Hauptschulabsolventen den Start ins Arbeitsleben

Berufseinstieg: Wo Noten keine Rolle spielen

Hauptschulabsolventen ziehen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oft den Kürzeren. Bei der zweijährigen Ausbildung zum Servicehelfer sind sie aber erwünscht und werden gebraucht.

08.06.2015
  • Olga kazarova

Tübingen. In medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen sind Servicehelfer die rechte Hand der Pflegekräfte. Mit Aufgaben wie etwa das Mittagessen zu servieren und Patienten zu begleiten übernehmen sie eine wichtige Funktion und sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Klinikalltag.

Die Ausbildung zum Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen startete im Jahr 2007 als Modellprojekt der Robert-Bosch-Stiftung am Bildungszentrum Wohlfahrtswerk Baden-Württemberg. In Tübingen übernahm Michael Egeler im Jahr 2012 die Leitung der Servicemitarbeiter am Universitätsklinikum (UKT). Der gelernte Hotelfachmann bezeichnet die Ausbildung als „praktischen und pragmatischen Job“ und engagiert sich sehr für seine Auszubildenden: „Ich schaue mir die Zeugnisnoten nicht an. Was für mich zählt, sind ein gutes Herz, Teamfähigkeit und die persönliche Entwicklung. Man findet hier rohe Diamanten, die geschliffen werden müssen und eine enge Führung benötigen.“

Die Auszubildenden bekommen einen „Buddy“, vergleichbar mit einem Mentor, der sie in diesen zwei Jahren begleiten und ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen soll. Der 17-jährige Realschulabsolvent Fabian Frank aus Walddorfhäslach hat sich für die Ausbildung zum Servicehelfer entschieden. Er hat diese Entscheidung noch keinen Tag bereut. „Ich war von Anfang an integriert, habe ein tolles kollegiales Verhältnis zu den Leuten im UKT und sitze mit Ärzten, Pflegern und weiteren Mitarbeitern beim Mittagessen an einem Tisch. Hier gehen alle Berufe Hand in Hand“, sagt er.

Der Ausbildungsberuf ist regional noch relativ unbekannt, die meisten Bewerbungen kommen aus dem Raum Stuttgart. Egelers Wunsch ist eine bundesweite Ausbreitung und Anerkennung der Ausbildung. „Es besteht natürlich die Möglichkeit, nach dieser Ausbildung eine weitere zum Pflegehelfer und schließlich zum Pfleger zu machen. Viele wechseln aber auch in die Hotelbranche, weil die Tätigkeiten denen in einem Hotel sehr ähneln“, so Egeler.

Auch Fabian Frank hat sich darüber bereits Gedanken gemacht und kann sich eine Zukunft in der Gastronomie gut vorstellen. Die Ausbildung zum Servicehelfer beinhalte ein weites Spektrum an Tätigkeiten. „Sie öffnet mir neue Türen für mein weiteres Arbeitsleben.“

Berufseinstieg: Wo Noten keine Rolle spielen
Fabian Frank will Servicehelfer werden. Dem 17-Jährigen ist der direkte Kontakt zu seinen Mitmenschen in der Ausbildung sehr wichtig. Hier hilft er einer Patientin im Tübinger Uniklinikum beim Ausfüllen von Formularen. Bild: Franke

Die nächste Ausbildungsrunde beginnt am 1. Oktober.
Vier Plätze sind zu vergeben. Bewerbungsschreiben sind erwünscht, besonders aus dem Großraum Tübingen und Reutlingen.
Gesucht werden weitere Ausbildungsstellen in Krankenhäusern sowie in der Behinderten- und
Altenhilfe im Großraum Stuttgart, Reutlingen –
Tübingen, Göppingen, Ludwigsburg und
Pforzheim.
Auskunft gibt Melanie Haumann.

Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer
07 11 / 61 92 61 43 und per Mail: melanie.haumann
@wohlfahrtswerk.de

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08.06.2015, 12:00 Uhr

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