Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Stuttgart

Berufsschulen schlagen Alarm

Zu wenige Lehrer für zu große Herausforderungen: der Landesverband der Berufsschullehrer fordert angesichts der Flüchtlinge mehr Unterstützung.

12.04.2016
  • ANDREAS BÖHME

Stuttgart. Mehr als 4500 Jugendliche, zumeist Flüchtlingskinder, warten auf einen Platz in der Berufsschule. Derzeit gibt es rund 460 sogenannte Vabo-Klassen, die mit 47 Wochenstunden besonderen Fokus auf die Vermittlung von Deutschkenntnissen legen. 50 solcher Klassen kommen jeden Monat hinzu, doch das reicht nicht.

Herbert Huber, Landesvorsitzender des Berufsschullehrerverbandes, leitet aus der ständig länger werdenden Warteliste eine Reihe von Forderungen ab. So wehrt er sich etwa gegen Pläne, die Stunden zu kürzen: "Es ist eine Illusion zu glauben, man könne die reduzierte Unterrichtszeit durch ehrenamtliche Helfer ausgleichen." Deutschkenntnisse seien die Grundvoraussetzung für berufliches Lernen und Handeln, "hier kann und darf nicht gekürzt werden."

Es fehle überdies an Lehrkräften: Derzeit sind nach Angaben des Verbandes rund 700 Stellen mit einem Streichvermerk versehen, sie könnten bis Anfang August wegfallen. Huber fordert, diese Stellen unbedingt wieder zu besetzen, weitere 600 Deputate würden allein für die Versorgung der Flüchtlingsklassen benötigt und zusätzlich 200 seien notwendig, um die Überstunden abbauen und individueller fördern zu können. "Die zugewanderten Jugendlichen müssen integriert und qualifiziert werden, dies kann nur bewältigt werden, wenn die beruflichen Schulen auskömmlich über gut ausgebildete Lehrkräfte verfügen", so Huber.

Ausgereizt sei der Einspareffekt, der sich aus der Auflösung vieler Kleinstklassen ergeben hat. Dadurch wurden etwa 300 Deputate frei, 485 Klassen wurden gestrichen, rechnen die Berufsschullehrer. Der Arbeitgeberverband leistet ihnen Schützenhilfe: Man teile die Einschätzung der Pädagogen, dass eine weitere Streichung von Kleinklassen das Berufsbildungsangebot in der Fläche gefährde. Starke Berufsschulen aber seien die Basis der dualen Ausbildung und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball