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Personalmangel

Bescheidener Start

An Selbstbewusstsein mangelt es Jens Spahn nicht. Zwar wäre der CDU-Politiker wohl lieber Bundesbildungsminister geworden.

16.03.2018
  • MARTIN HOFMANN

Doch jetzt ist der Frontmann des konservativen Parteiflügels Gesundheitsminister. Da kann er vielleicht nicht so glänzen, aber für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und für die Pflegekräfte in Kliniken und Heimen viel erreichen.

Auf große Versprechen verzichtet Jens Spahn an seinem ersten Arbeitstag. Er bleibt bescheiden, denn er weiß, dass er an Zusagen gemessen wird. Und ehrgeizig ist der 37-jährige Münsteraner. Ihm ist klar, dass er den grassierenden Pflegenotstand nicht rasch beenden kann. Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden – von der Ausbildung über die Bezahlung bis hin zu den Arbeitsbedingungen. Da gebricht es den Pflegenden vor allem an der Zeit, sich den Patienten und Bedürftigen zuzuwenden. Allein daraus schöpfen sie die Kraft für ihre Arbeit.

Mehr versprochen als gehalten haben zum Beispiel die großen Pflegereformen seines Vorgängers Hermann Gröhe. Die Entlastung von Angehörigen, die Pflegebedürftige zu Haus versorgen, ist weitgehend ausgeblieben. Da fehlt es zwar auch an Pflegepersonal. Das zusätzlich bereitgestellte Geld haben aber auch Aufschläge der ambulanten Dienste verschlungen. Angehörige begrüßen es, wenn Pfleger besser bezahlt werden, es hilft ihnen jedoch nicht, ihren Alltag mit einem Bedürftigen zu bewältigen.

Verbesserungen in der Pflege kosten also vor allem Geld, darauf hat Jens Spahn zu Recht hingewiesen. Ob es ihm gelingt, die notwendigen Mittel zu erhalten, wird wohl über seine politische Zukunft mitentscheiden.

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16.03.2018, 06:00 Uhr

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