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Stadtverkehr Tübingen zum Fahrplanwechsel am Sonntag auf dem neuesten Stand

Bessere Technik für aktuelle Busfahrgastinformation

Neue Linie, neue Technik, neue Busse – mit zahlreichen Verbesserungen wartet der Stadtverkehr Tübingen (SVT) zum Fahrplan- und zum Jahreswechsel auf. Doch nicht alle Probleme werden gelöst. Und teurer werden viele Tickets auch.

11.12.2014
  • Gernot Stegert

Tübingen. Eine große Umstellung vollzieht sich im Verborgenen. Der Stadtverkehr stellt die sogenannte Dynamische Fahrgastinformation (DFI) auf eine neue Technik um. Damit soll Kunden zuverlässiger als bisher eine Verspätung ihres Busses mitgeteilt werden. An 39 Haltestellen in Tübingen gibt es elektronische Displays. Bisher enthalten alle jeweils einen kleinen Rechner, erläutert der beim SVT zuständige Lars Hilscher. Die Busse senden ein Funktelegramm aus. Daraus wurde in jedem Display jeweils aktuell eine Prognose für die Ankunftszeit errechnet. „Doch die Rechner waren nicht so leistungsfähig, wie wir es gebraucht hätten“, sagt Hilscher. Folge waren ungenaue Anzeigen. Auch waren Umleitungen durch Baustellen schwer darstellbar. Gleiches galt für die erste Haltestelle nach dem Fahrtstart, zum Beispiel die Neckarbrücke nach dem Start am Hauptbahnhof.

Bessere Technik für aktuelle Busfahrgastinformation
Die ständig aktualisierten Abfahrtszeiten der Busse auf den elektronischen Displays sollen ab Sonntag zuverlässiger als bisher angezeigt werden.

Die Mängel waren Grund zur Umstellung auf einen zentralen Rechner bei den Stadtwerken in der Eisenhutstraße. Auch der verarbeitet die Funktelegramme der Busse, kann dies aber auch fahrtübergreifend. Damit entfällt das Problem der ersten Haltestelle. Große Verspätungen werden aber weiterhin nicht auf den Displays angezeigt werden können, wie Hilscher einräumt. Das liegt an der Technik der Datenerhebung. Die Funktelegramme werden automatisch losgeschickt, sobald ein Bus einen bestimmten Punkt erreicht hat. „Wenn ein Fahrzeug liegen bleibt oder im Stau steht, fallen die Funksignale aus“, erläutert Hilscher. Das ließe sich nur mit einem GPS-System vermeiden. „Aber das ist Zukunftsmusik.“ In besonders beschweren Fällen sollen die Busfahrer der Leitstelle ihre Verspätung durchsagen.

Wer an einer Haltestelle ohne Display wartet, kann ab sofort dennoch auf die dynamischen Fahrgastdaten zurückgreifen. Dies geht ab Sonntag über die Internetseite. Hier können aktuell für jede Haltestelle die vorhergesagten Ankunftszeiten abgerufen werden. Im Web ist einzugeben www.swtue.de/stadtverkehr/abfahrten-in-echtzeit und auf dem Smartphone swtue.de/abfahrt. Mit einem Großbildschirm können Firmen, Behörden oder Gaststätten die Infos auch darstellen. Um den mobilen Zugang zu erleichtern, finden sich an den Haltestellen QR-Codes.

Das neue Wohngebiet Alte Weberei in Lustnau füllt sich immer mehr. Deshalb hat der Verkehrsbeirat der Stadtwerke Tübingen im Juli eine neue Buslinie beschlossen: die Linie 21. Zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag nun wird sie erstmals fahren. „Das ist unser aktuell wichtigstes Projekt“, sagt Hans Zeutschel, Betriebsleiter beim Stadtverkehr. Die 21 fährt vom Hauptbahnhof über die Neckarbrücke, die Wilhelmstraße runter bis zum Egeriaplatz – und zurück über die Hölderlinstraße. Sie fährt jede halbe Stunde und ist mit der Linie 22 zu einem Viertelstundentakt abgestimmt. Diese bestehende Linie über die Gartenstraße nach Lustnau wurde bis zur Alten Weberei verlängert.

Es gibt noch weitere Ergänzungen des Streckennetzes. Neu ist ab Sonntag auch, dass die Linie 18 im Berufsverkehr das Hirschauer Gewerbegebiet Rittweg direkt anfährt. Und der X15 zu den Kliniken verkehrt nun an allen Werktagen des Normalfahrplans. Bisher waren 15 Tage, an denen sich Schul- und Semesterferien überschnitten, ausgenommen.

Für Menschen, die Zahlen und Texte schwer lesen können, werden ebenfalls ab Sonntag Symbole auf den Außenanzeigen der Busse das Fahrtziel sichtbar machen. Für die Linie 1 beispielsweise eine Katze. Bisher wurden die Zeichen in drei Linien erprobt. Nun gibt es die Orientierungshilfen in allen SVT-Bussen. Die Symbole wurden in Zusammenarbeit mit dem Forum und der Fachstelle Inklusion und dem Freundeskreis Mensch entwickelt.

Bessere Technik für aktuelle Busfahrgastinformation
So sieht die dynamische Fahrgastinfo auf dem Smartphone aus.

Oft stehen bisher vor allem ältere Fahrgäste suchend im Bus vor dem Fahrscheinautomaten. Deshalb hat der SVT das Design übersichtlicher gestaltet: mit größerer Schrift, Symbolen für die Erwachsener/Kind/Gruppe und systematischer Farbgebung. Die Automaten bleiben, die neue Bedieneroberfläche wird Mitte Januar aufgeklebt.

Im November hat der SVT sieben neue Busse gekauft, seit Jahresbeginn sind es elf Gelenkbusse und ein Solobus. Alle erfüllen die Abgasnorm Euro VI und verbrauchen laut Zeutschel mit 54 Litern auf 100 Kilometern 10 Prozent weniger Sprit als die alten.

Mit dem allmählichen Wechsel der Flotte verbessert sich auch die Federung. Alle seit 2006 hergestellten Busse haben vorne eine Einzelradaufhängung, erklärt Zeutschel. Das ist mittlerweile die Hälfte der insgesamt 60 Busse. Gegen große Unebenheiten der Straße kommt aber kein Busstoßdämpfer an, sagt Hilscher. Da helfe nur ein neuer Straßenbelag. Für die besonders üblen Abschnitte in der Pfrondorfer Straße in Lustnau und am Ortseingang in Pfrondorf plane die Stadt ja bereits eine Dünnschichtsanierung.

Zum 1. Januar 2015 steigen die Ticketpreise im Tübinger Stadttarif – um durchschnittlich 3,9 Prozent. Einzel- und Kurzstreckenkarten kosten dann 10 Cent, für Kinder 5 Cent mehr als bisher. Das Tagesticket für Erwachsene gibt es dann für 3,80 Euro, der Preis für Kinder bleibt bei 2,20 Euro. Auch Monats- und Jahreskarten werden teurer. Das hat der Verkehrsbeirat in Anlehnung an den Verkehrsverbund Naldo beschlossen.

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11.12.2014, 12:00 Uhr

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