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Sinnsprüche & Farben

Besuch bei der Fensterbaufirma Nestle im neuen Werksgebäude

Traditionsreich und dennoch modern und in hohem Maße innovativ. Landrat Dr. Klaus Michael Rückert besuchte am Donnerstag die Firma Nestle Fenster in deren Neubau in Hörschweiler und war am Ende begeistert. Nicht nur von den Produkten, sondern auch von der Ausgestaltung der neuen Halle.

12.11.2011

Von MONIKA SCHWARZ

Hörschweiler. Sprüche an den Wänden, die zum Nachdenken anregen, und Wandfarben, die man so in einer Produktionshalle nicht vermutet.

Firmeninhaber Jürgen Nestle hat beim Bau seiner neuesten Produktionshalle großen Wert auf Harmonie und ein stimmiges, einladendes Raumkonzept gelegt ? und deshalb den Feng Shui-Experten Ralf Bohnet mit ins Boot geholt, als es um die Ausstattung ging.

Landrat Dr. Klaus Michael Rückert und seine Begleiter Klaus Dölker (Wirtschaftsbeauftragter), Alexander Wälde (Kreishandwerksmeister), Siegfried Dreger (Handwerks-Geschäftsführer) sowie Bürgermeister Heinz Hornberger und Ortsvorsteher Christoph Enderle waren vom Ergebnis überzeugt und brachten dies beim Gang durch die Halle auch zum Ausdruck. Zunächst stellte Jürgen Nestle den 1622(!) von Ulrich Nestle gegründeten Familienbetrieb, den er derzeit in der 11. Generation führt, gemeinsam mit seinen beiden Töchtern Janine und Annkathrin vor.

Janine und Annkathrin sind übrigens ebenfalls gelernte Fensterbauerinnen. In ihrem Lehrlings-Jahrgang waren sie die einzigen Frauen, und sie werden die Tradition auch fortsetzen.

Nestle hat den Betrieb 1990 übernommen und bereits 1993 in Tumlingen neu gebaut. Mehrere Ausbaustufen und zusätzliche Anmietungen folgten, um den steigenden Platzbedarf zu befriedigen ? letztmalig mit dem Bau der neuen Halle in Hörschweiler, die im Frühjahr bezogen wurde.

Fenster, Türen, Wintergärten in Holz, Holz-Alu oder auch in Kunststoff für Bauträger, für private Einfamilienhäuser oder auch schon mal ein einzelnes Klofenster für die Oma im Ort ? die Firma Nestle bedient alle Kunden bis ins Allgäu oder auch in den Stuttgarter Raum.

Der Exportanteil ins benachbarte Ausland betrug im vergangenen Jahr rund 15 Prozent. Nestle schätzt seine Kunden vor Ort, freut sich aber auch über die Geschäftsbeziehungen nach Frankreich. Die Franzosen, so klingt im Gespräch mit dem Landrat an, sind manchmal nämlich einfach etwas lockerer.

1999/2000 wurde die Produktion aller Holz/Alu-Fenster und Türen in der Firma komplett auf CNC- Fertigung mit Homag-Maschinen umgestellt. Mit der Folge einer 100-prozentigen Kapazitätssteigerung, berichtet Nestle. Was ihm und seinem Team viele Türen geöffnet hat, das ist ein Holz-Alu-Energiespar-K1-Fenster mit Zwischenjalousie.

Das Fenster spart Heizkosten, ersetzt Rolläden, bietet Sonnenschutz und verschmutzt nicht. Die Jalousie liegt nämlich zwischen der Vorsatzscheibe und der Isolierverglasung und hält dadurch auch sämtlichen Unwettern stand. Und es bietet ganz nebenbei dank Mehrfach-Isolierverglasung auch noch einen weitaus besseren Schallschutz als herkömmliche Fenster.

Obwohl man bei Nestle auch Kunststoff-Fenster kaufen kann, macht der Geschäftsführer keinen Hehl daraus, dass ihm das Material Holz als nachwachsender Rohstoff deutlich lieber ist. Auch wegen der Haltbarkeit. Weil das deutsche Holz oftmals einen zu hohen Weichholzanteil aufweist, wird das Holz für den Fensterbau auch aus Sibirien und Skandinavien importiert. Benutzt wird dabei aber nur zertifiziertes Holz, damit kein Raubbau an Urwäldern betrieben wird.

40 Mitarbeiter ? darunter drei Azubis ? arbeiten derzeit im Betrieb. Große Probleme, so sagt Nestle am Ende, bereitet ihm allenfalls die Breitbandversorgung. Bereits vor vier Wochen hat er eine Standleitung bestellt, weil die Vernetzung mit dem Tumlinger Betrieb anders überhaupt nicht funktioniert. Unliebsamer Nebeneffekt des Ganzen: Die Standleitung kostet den Betrieb 300 Euro im Monat. Fast schon grotesk klingt in seinen Ohren deshalb heute die Begründung, mit der seinerzeit sein Antrag auf ELR-Mittel bei der Betriebserweiterung abgelehnt wurde. Da hieß es nämlich: „Das Geld wird derzeit für den Ausbau der Breitbandversorgung benötigt.?

Besuch von Landrat Dr. Klaus Michael Rückert (links außen) in der Fensterbau-Firma von Jürgen Nestle (rechts daneben) in Hörschweiler. Rechts vorne der weibliche Fensterbauer-Nachwuchs, die Nestle-Töchter Janine und Annkathrin. Bild: Kuball

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Erstellt:
12. November 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
12. November 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. November 2011, 12:00 Uhr

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