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Kommentar

Besuchermassen in der kleinen Stadt

Die Chocolart, inzwischen die größte Tübinger Messe, zieht alljährlich Massen von Touristen in die Stadt. Sie bewundern die Neckarfront und die Fachwerk-Idylle und freuen sich, ein wenig Unistadt-Flair zu atmen. Im Idealfall bringen sie gute Laune mit, laben sich an den angebotenen Köstlichkeiten, sind ein bisschen neidisch auf die Bewohnerinnen und Bewohner einer so schönen Stadt und lassen viel Geld liegen. Zufriedene Gäste, zufriedene Schoko-Konditoren, zufriedene Wirte und Geschäftsinhaber, könnte man meinen.

10.12.2012

Wo ist bitte das Problem?

Es gibt auch eine andere Seite der Chocolart. Das sind Menschen, die in Tübingen arbeiten und wohnen, die Innenstadt jedoch an Großevent-Wochenenden meiden. Die es satthaben, vor belegten Parkhäusern zu stehen, sich in überfüllte Busse zu zwängen, sich durch Gedränge zu schieben oder hinter langsam schlendernden Tagestouristen herzutrippeln, wenn sie doch eilig den Wochenend-Einkauf erledigen müssen.

Denen der Trubel in der Stadt zu viel ist. Die keine überfüllten Papierkörbe mehr sehen können. Denen es vorkommt, als ob sich die Großereignisse vom Regional- bis zum Weihnachtsmarkt immer mehr häuften und das Gedränge immer größer wird. Selbst manchen Gästen von auswärts geht es auf die Nerven, wenn man nur noch Schulter an Schulter durch die Stadt kommt. Am Samstagnachmittag etwa war es so voll, dass mancher Verkäufer und manche Verkäuferin unter missmutigen, ungeduldigen Kunden zu leiden hatten.

„Das ist eine Herausforderung für uns“, sagt Hans Peter Schwarz, Chef von „Tübingen Erleben“ und Erfinder der Chocolart. „Man muss eine ehrliche und ausgleichende Mischung finden, damit sich auch die Tübinger noch in der Stadt wohlfühlen, sie dürfen nicht zu stark eingeschränkt sein.“ Doch es sei schwer, den Andrang zu steuern. Am ehesten ließen sich noch Reisebusse auf besucherschwächere Tage lenken, wenn sie sich beim Bürger- und Verkehrsverein anmelden.

Am Freitag wird in der Altstadt der Weihnachtsmarkt eröffnet. Dank seiner speziellen Atmosphäre mit Ständen von Vereinen, Schulklassen oder Kirchengemeinden zieht auch er viel Publikum von auswärts an. Wenn er vorüber ist, wird Tübingen wieder normal. Dann ist es nur noch eine gute Woche bis Heiligabend.

Renate Angstmann-Koch/Bild: Sommer

Besuchermassen in der kleinen Stadt

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10.12.2012, 12:00 Uhr

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