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Übles Ende einer Beziehung vor Gericht

Betriebswirt bedrohte und belästigte Ex-Freundin

Weil er seiner früheren Freundin nachstellte, in ihre Wohnung eindrang und sie mit dem Tode bedrohte, verurteilte das Amtsgericht Tübingen einen 49-Jährigen zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe. Er muss 1750 Euro Schmerzensgeld an die Frau zahlen.

24.10.2012
  • DOROTHEE HERMANN

Tübingen. Der 49-Jährige hat in 17 Fällen gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen. Zudem ist er der Bedrohung, Beleidigung und Nachstellung schuldig. Seine Freiheitsstrafe wurde nur deshalb zur Bewährung ausgesetzt, weil er dem Gericht plausibel machen konnte, dass er sein kriminelles Fehlverhalten eingesehen hat. Der Mann ist einschlägig vorbestraft. Eine weitere Ex-Freundin bedrohte er ebenfalls und verwüstete sogar deren Wohnung. Nun will der Angeklagte nach eigenen Angaben lernen, mit Hilfe einer Therapie bei künftigen Zurückweisungen durch Frauen nicht mehr derartig auszurasten.

In der vierjährigen Bewährungszeit muss der studierte Betriebswirt, der derzeit halbtags als Küchenhilfe in einem Stuttgarter Café-Restaurant arbeitet, jede „aktive Kontaktaufnahme“ zu der 44-jährigen Nebenklägerin unterlassen. Das betonte der Richter Joachim Stahl am Montagabend. Er muss die erst unlängst begonnene psychotherapeutische Behandlung fortsetzen und der 44-Jährigen über ihren Rechtsanwalt 1750 Euro Schmerzensgeld zahlen. Weil die Taten fast zwei Jahre zurückliegen, gelten zwei Monate der Strafe als bereits verbüßt.

Nachdem die 44-Jährige Anfang September 2010 eine fünfmonatige Beziehung zu dem Angeklagten beendet hatte, begann dieser, sie zu allen Tages- und Nachtzeiten per Telefon, SMS oder Brief zu belästigen und mit Todesdrohungen zu ängstigen. Mit einem nachgemachten Schlüssel drang er sogar in ihre Tübinger Wohnung ein.

Ein von der Frau mehrfach erwirktes Kontaktverbot nach dem Gewaltschutzgesetz ignorierte der Mann einfach. Als sie Anfang Dezember 2010 ein Messer „mit roten Antragungen“ (so die Anklageschrift) in ihrem Briefkasten fand, holte sie die Polizei. Daraufhin saß der Angeklagte vom 22. Dezember 2010 bis 13. Januar 2011 in Untersuchungshaft. Dann kam er unter Auflagen frei, musste seinen Reisepass abgeben und 1000 Euro als Sicherheit hinterlegen. Diese Summe soll nun als erste Rate des Schmerzensgeldes dienen.

Die ständigen Nachstellungen setzten der 44-Jährigen derart zu, dass sie mehrere Monate arbeitsunfähig war. Sie traute sich kaum mehr aus dem Haus. Im Gerichtssaal brach sie mehrfach in Tränen aus, so schwer fiel es ihr, zu schildern, was sie durchgemacht hatte. Nun fürchtet sie, der Angeklagte habe nur „seine Strategie geändert“. Erst am 29. September 2012 habe er sich ihr auf dem Stuttgarter Schlossplatz genähert, was Fotos belegen. Doch der Angeklagte bestritt, die Frau damals überhaupt gesehen zu haben. Er habe seinen Lebensmittelpunkt nach Stuttgart verlegt, wo er in einer neuen Beziehung lebe.

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24.10.2012, 12:00 Uhr

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