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Kamelhöcker freut Gemeinde

Bevölkerung wächst – Statistik sieht Kusterdingen auf aufsteigendem Ast

Auch für die statistische Landesbehörde wächst Kusterdingen wieder. Diese Zahlen freuen den Gemeinderat. Baugebiete zu erschließen, wird trotzdem nicht einfacher.

06.10.2014
  • Mario Beisswenger

Kusterdingen. Diese Kurve – siehe nebenstehende Grafik (blau) – hat Kusterdingens Bürgermeister doch sehr gefreut. Manche sprechen schon von einem „Kamelhöcker“, für andere ist eher ein Hügelchen. Die neueste Prognose des Statistischen Landesamtes, kurz Stala, weist jedenfalls nicht mehr langsam bergab mit der Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahren. Nein, nun ist sogar noch mit ein bisschen Wachstum zu rechnen.

Für den Rathauschef Jürgen Soltau sind die neuen Zahlen, die er dem Gemeinderat vor kurzem vorstellte, eine Genugtuung. Kusterdingen musste zuvor eigens ein Gutachten zahlen, um zu belegen, dass es doch noch wächst. Wachsen oder Schrumpfen entscheiden nämlich über die Flächen-Nutzungsplanung. Bevor das Regierungspräsidium neue Bau- oder Gewerbegebiete genehmigt, möchte es erst mal überzeugt sein, dass es dafür auch genug Menschen gibt.

Die Zahlen könnten Ausbaupläne erleichtern

Die neuen Zahlen könnten Ausbaupläne der Gemeinde also einfacher machen. „Möglicherweise nützt es uns aber nicht allzu viel“, schränkte Soltau auf TAGBLATT-Nachfrage ein. Das zuständige Stuttgarter Verkehrsministerium habe die Formel, mit der der Bevölkerungszuwachs auf Platzanspruch umgerechnet wird, geändert. Bislang floss der Faktor, der abbildet, dass eine Durchschnittsperson im Land immer mehr Wohnraum belegt, mit jährlich plus 0,5 Prozent ein. In Zukunft sind es nur noch 0,3 Prozent.

Auf jeden Fall sind die neuen Stala-Zahlen Stoff für den Nachbarschaftsverband. Der Zusammenschluss von Gemeinden von Pfullingen bis Dettenhausen legt gemeinsam die Flächenentwicklung fest. Soltau selbst legt Wert darauf, dass Kusterdingen nicht unbedingt auf Flächenverbrauch setzt. Mit Vergabe von Gemeindebauplätzen nur an Kusterdinger – trotz der jüngsten Lockerungen – hätte die Gemeinde ihre politischen Hausaufgaben, was Flächensparen angeht, schon erledigt.

Ein Anruf beim Statistischen Landesamt erklärt die weit auseinandergehenden Zahlen über die Bevölkerungsprognose. Überhaupt redet das Stala lieber von Vorausberechnung , und die basiere nun mal auf Annahmen.

Die Realität habe die Annahmen vor allem bei Zu- und Wegzügen, der Wanderungsbewegung, über den Haufen geworfen.
Wie viel Kinder auf die Welt kommen, bestimme nicht mehr so stark die Entwicklung, wird erklärt.

Anfangs der Nuller-Jahre verlor aber Kusterdingen aus Sicht der Statistiker durch mehr Wegzüge als Zuzüge an Einwohnern. Die letzten Jahre habe sich das umgedreht. Zugrunde gelegt werden dabei landesweite Trends. Nach Baden-Württemberg strömen wieder mehr Menschen. Deshalb steigt auch Kusterdingens berechnete Einwohnerzahl.

Lokale Details, wie der Aufbau eines neuen Gymnasiums oder die Ansiedlung größerer Arbeitgeber, bildet die Landesstatistik nicht ab. Auch deshalb können reale Zahlen und Prognosen auseinanderliegen.

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06.10.2014, 12:00 Uhr

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