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Mit Zigarette ins Bett

Bewährungsstrafe nach Brand in Stuttgarter Asylbewerberheim

Drei Jahre nach einem Brand in einem Stuttgarter Asylbewerberheim hat ein Gericht einen Ex-Mitbewohner verurteilt. Auslöser des Feuers: eine Zigarette.

10.11.2015
  • CHRISTIAN REICHEL, DPA

Stuttgart Müde und verschlafen soll er sich morgens eine Zigarette angezündet haben - Minuten später stand sein Zimmer in einer Asylbewerberunterkunft in Stuttgart in Flammen. Das Landgericht Stuttgart hat einen früheren Bewohner der Unterkunft gestern zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 44-Jährige habe sich der fahrlässigen Brandstiftung und fahrlässigen Körperverletzung in neun Fällen schuldig gemacht, sagte der Richter. Elf Bewohner waren bei dem Feuer im August 2012 verletzt worden; einer davon schwer. Der Schaden belief sich auf rund 800 000 Euro.

Das Amtsgericht Stuttgart hatte den Fall bereits im Dezember 2014 verhandelt. Weil in der Verhandlung eine Zeugin den Angeklagten massiv belastete und ihm eine vorsätzliche Tat unterstellte, kam der Vorwurf des versuchten Totschlags hinzu. Wegen dieses juristisch schwerer wiegenden Vorwurfs wurde das Verfahren daraufhin ans Landgericht Stuttgart weiterverwiesen. Selbst der Staatsanwalt hielt die Aussage der Frau jedoch für nicht überzeugend.

Die Ermittlungen ergaben laut Gericht, dass das Feuer vom Bett des 44-Jährigen ausgegangen war. Vermutlich habe der Mann geraucht und sei dann eingeschlafen, so der Richter. Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler demnach aus - ebenso sei aber eine vorsätzliche Brandstiftung auszuschließen. "Dafür wäre ein anderes Vorgehen des Angeklagten zu erwarten gewesen", sagte der Richter.

Der Mann, der als Gelegenheitsraucher bekannt war, sei am Morgen des Brandes bemüht gewesen, seine Mitbewohner zu wecken. Zudem habe er sich bei der Rettung seiner Frau und Tochter ebenfalls verletzt.

Viele Bewohner hatten bei dem Feuer vor drei Jahren ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Nach Angaben der Stadt waren damals insgesamt 65 Asylbewerber betroffen. Einige Bewohner hatten Rauchvergiftungen und schwere Brandverletzungen erlitten.

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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