Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Will landespolitische Kompetenz nutzen

Bewerber um die Landtagskandidatur der Tübinger FDP (2): Dietmar Schöning

Dietmar Schöning traut sich zu, für die Tübinger FDP bei der Landtagswahl 2016 ein Mandat zu holen. Er will mit seiner politischen Erfahrung punkten.

14.07.2015
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. Dietmar Schöning war von 1992 bis 1996 FDP-Landtagsabgeordneter. Das war die einzige Unterbrechung seiner Tätigkeit als parlamentarischer Berater im Landtag, die er 1979 aufnahm. Als er das Rentenalter erreichte, bat er um zwei Jahre Verlängerung, reduzierte seine Arbeitszeit aber auf 60 Prozent.

Auch im Ehrenamt ist der 66-jährige Tübinger leidenschaftlicher Politiker: im Kreistag seit 1989, seit 1994 im Gemeinderat. „Ich kann für mich in Anspruch nehmen, umfangreiche landespolitische Kompetenz erworben zu haben. Von den Kandidaten der anderen Parteien schreckt mich keiner“, sagt der stets bescheiden wirkende, gebürtige Kieler eher sachlich als auftrumpfend.

Dietmar Schöning kam zum Politikstudium nach Tübingen. Haushalt und Finanzen sind sein Spezialgebiet – womit er weniger den Umgang mit Zahlen meint als den politischen Prozess, der dem Aufstellen eines Haushaltsplans vorausgeht. Denn der Etat ist das landespolitische Buch, in dem festgelegt wird, welche Vorhaben Priorität haben und was hinten ansteht: „Es ist eine entscheidende gesellschaftliche Auseinandersetzung, wie das Geld sinnvoll eingesetzt werden soll.“

Klar, dass in der Landespolitik Bildung und Wissenschaft Vorrang haben. Doch auch da sei eben die Frage, wofür das Geld eingesetzt wird. „Ich habe nichts gegen den Nationalpark, aber ich halte ihn für überflüssig“, sagt er als Beispiel, worauf man hätte verzichten können. Ein weiteres sei die Polizeistrukturreform. Schöning bekennt sich dazu, Anhänger einer nachlaufenden Studiengebühr zu sein. Er möchte auch, dass sich das Land stärker im Bereich Wohnen engagiert – aber nur in den Ballungsräumen, wo der auseinanderdriftende Wohnungsmarkt einen Notstand ausgelöst hat. Und ohne dass andere Zwecke „wie Efeuberankung“ mitgefördert werden.

Das Land müsse sich auf 60.000 Flüchtlinge jährlich einstellen und brauche für sie 15.000 Erstaufnahme-Plätze, sagt Schöning. Er lobt Winfried Kretschmann für den Asylkompromiss, der helfe, die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Zuzug zu erhalten. „Aber es hakt am Verwaltungshandeln des Landes“, kritisiert Dietmar Schöning.

Info Die Nominierungsversammlung der FDP beginnt heute um 20 Uhr im „Casino“ am Neckar. Neben Schöning bewirbt sich Sascha Schmidt.

Bewerber um die Landtagskandidatur der Tübinger FDP (2): Dietmar Schöning

Haben Sie politische Vorbilder?
Direkte Vorbilder nicht, aber ich habe enorm viel von meinen akademischen Lehrern profitiert, besonders von Theodor von Eschenburg. Ihm war das Vertrauen der Bürger in die Institutionen sehr wichtig. Es zeigt sich in Griechenland, wie es ist, wenn es fehlt. Bei Günter Dürig habe ich viel über öffentliches Recht gelernt. Und bei der Reform der FDP hat mich Karl-Hermann Flach mit seinen Freiburger Thesen geprägt.

Wo verorten Sie sich im Spektrum Ihrer Partei?
Bindestrich-Liberalismen sind mein Ding nicht. Der gute Liberale lebt seinen Liberalismus in allen Bereichen, in der Wirtschaft wie in Bürgerrechtsfragen. Aber auch das Soziale gehört dazu, es ist dem Liberalismus nicht fremd.

Warum wollen Sie in den Landtag?
Ich glaube, dass ich ganz spezifische Fähigkeiten mitbringe – gerade im Entwickeln politischer Prioritäten, in Fragen der Nachhaltigkeit und der Generationengerechtigkeit.

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball