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Blick auf Belange der Beschäftigten

Bewerber um die Landtagskandidatur der Tübinger Linken (1): Bernhard Strasdeit

Bernhard Strasdeit kandidierte schon 2011 für den Landtag. Dieses Mal wird die Linke den Einzug schaffen, ist der Landesgeschäftsführer der Partei überzeugt. Sie werde im Parlament vor allem als Stimme der Beschäftigten und der Menschen an der Armutsgrenze gebraucht.

04.07.2015
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen.„Es ist nichts Besonderes, dass neue Parteien mehrere Anläufe brauchen, um in Landtage zu kommen“, sagt Bernhard Strasdeit. Er sieht bessere Chancen für seine Partei als 2011. Die Zustimmung der Bevölkerung sei stabil, und die Linke habe „ein klares Profil“. Er nennt eine „solidarische Wirtschaftspolitik“, das Nein zu Bundeswehreinsätzen im Ausland oder zu einer aufgezwungenen Sparpolitik wie in Griechenland. Der Partei sei wichtig, „dass Menschen an der Armutsgrenze in einem reichen Land wie Baden-Württemberg eine Stimme haben“. Die Linke im Landtag könnte verhindern, „dass es einen Rechtsruck gibt“, und sie könnte Druck für eine sozialere Politik ausüben. Strasdeit ist Chef der Kreistagsfraktion der Linken. „Mit den Grünen und der SPD gab es im Land zwar einen Regierungs-, aber keinen Politikwechsel“, kritisiert er. Der gebürtige Tübinger machte einst bei Maico eine Lehre als Industriekaufmann. Er arbeitete bei Seefiko, dann acht Jahre für den PDS-Bundestagsabgeordneten Winfried Wolf, dann beim Europaabgeordneten Tobias Pflüger. Beim Zusammenschluss von WASG und PDS war Strasdeit Parteibildungsbeauftragter für das Land und arbeitete eng mit Bodo Ramelow zusammen.

Die Wirtschaftspolitik, der „Riesen-Investitionsstau“ etwa in den Unikliniken – sie gehören zu den Feldern, auf denen Strasdeit der grün-roten Regierung Versäumnisse vorwirft. Ein weiteres ist die Flüchtlingspolitik: „Es ist ein Skandal, dass man eine Erstaufnahmestelle in Meßstetten einrichtet, wo es keine Infrastruktur für so viele Menschen gibt – und ein Skandal, dass Boris Palmer in Tübingen geblockt hat.“

Gerade aus Tübinger Warte will sich Strasdeit für die Beschäftigten in Gesundheit und Pflege, aber auch im Sozial- und Erziehungsdienst stark machen. Für den Wohnungsbau gebe es zwar jetzt mehr Mittel vom Land – doch 5000 Wohnungen fielen jährlich aus der Sozialbindung. Bildungspolitisch sieht Strasdeit Forschritte, aber nicht bei der Bildungsgerechtigkeit. „Man muss was bei den Bildungsnebenkosten tun, auch bei den Kindergartengebühren“, fordert er – und bei der Schülerbeförderung. Grüne und SPD hätten selbst bei Vorhaben wie der Direktwahl der Landräte, die kein Geld kosten, ihre Versprechen nicht eingelöst.

Bewerber um die Landtagskandidatur der Tübinger Linken (1): Bernhard Strasdeit
Bernhard Strasdeit, 60. Bild: Sommer

Haben Sie politische Vorbilder?
Martin Luther King wegen seines Antirassismus. Und Fritz Sperling. Er war Widerstandskämpfer gegen die Nazis, später stellvertretender KPD-Vorsitzender und galt als Abweichler. Er starb 1958 in der DDR an den Folgen der Folter im Stasi-Knast. Er war demokratischer Kommunist und suchte einen emanzipatorischen Weg zum Sozialismus. Wichtig ist mir auch Clara Zetkin, die um die Einheit der Arbeiterbewegung gegen den drohenden Faschismus kämpfte.

Wo verorten Sie sich im Spektrum
Ihrer Partei?
Als Landesgeschäftsführer bin ich in keiner Strömung aktiv, halte sie aber alle für notwendig für die Diskussion in der Partei. Ich stehe am ehesten der gewerkschaftlich orientierten Sozialistischen Linken nahe.

Warum wollen Sie in den Landtag?
Ich möchte aus kommunalpolitischer Sicht landespolitische Probleme angehen, die sich gerade in Tübingen niederschlagen: Mangel an Bildungsgerechtigkeit, bezahlbares Wohnen, Investitionen in die Kliniken, bessere Bedingungen für die Beschäftigten im Gesundheitsbereich.

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