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Stadt feiert Historie auf vielfältige Art

Bilanz des Jubiläumsjahrs „1225 Jahre Sulz“ / Über 20 Veranstaltungen vermittelten Einblicke in Geschichte

Ein ganzes Jahr lang haben sich die Sulzer im Jubiläumsjahr „1225 Jahre Sulz“ mit der Geschichte der Stadt beschäftigt. Das Veranstaltungsprogramm umfasste Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Wanderungen, Stadtführungen, eine Buchvorstellung und einen Ausflug zur Urkunde nach Sankt Gallen. Die Bilanz auf die Resonanz bei den Angeboten kann sich sehen lassen.

05.11.2015
  • cristina priotto

Sulz. Bei der Vorstellung von Casimir Bumillers Buch „Krieg, Fehde, Belagerung“ über die Burg Albeck zog Bürgermeister Gerd Hieber schon mal eine Bilanz des Sulzer Jubiläumsjahrs: „Wir haben einige außergewöhnliche Termine erlebt“, fasste Hieber die Fülle des Geschichtsprogramms zusammen.

Mit über 20 Veranstaltungen bot das Programm von April bis Oktober eine große Vielfalt an interessanten Terminen, passend zum Jubiläumsjahr „1225 Jahre Sulz“, das wegen der ersten Erwähnung des Namens „villa sulza“ in einer Urkunde im Jahr 790 gefeiert wurde.

Den Auftakt bildete Mitte April die vielbeachtete Aufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Schwabenkinder“. Die Jugendgruppe des Theaterclubs setzte sich darin intensiv mit den Themen Kinderarbeit und Flucht auseinander – zu einem Zeitpunkt, als die Flüchtlingssituation noch längst nicht so dramatisch war wie jetzt. Die Wiederaufnahme am vergangenen Wochenende stieß ebenfalls auf große Resonanz.

Der eigentliche Start ins Jubiläumsjahr erfolgte Ende April mit einem Festvortrag von Peter Erhardt. Der Stiftsarchivar aus Sankt Gallen fesselte viele Zuhörer mit Informationen zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt Sulz.

In die Schweizer Stadt fuhr eine Gruppe Geschichtsinteressierter dann Anfang Mai. Die Teilnehmer konnten dabei das wertvolle Original-Schriftstück auf Pergament in einer Vitrine begutachten.

Das Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt beteiligte sich Ende April mit einem „Sulzer Tag“ am Jubiläumsjahr: Bei dieser Gelegenheit durften alle gebürtigen Sulz kostenlos in die Museen.

Nicht nur für die Augen, auch für die Ohren bot die Veranstaltungsreihe im Rahmen von „1225 Jahre Sulz“ Einiges: Für das Jazzkonzert mit der Big Band des Albeck-Gymnasiums wurden im Mai Klaus Wagenleiter und seine Band „Trio concepts“ eingeladen. Zudem klinkte sich das Evangelische Jugendwerk mit einem Bläserkonzert und dem Kundgebungsblasen beim Bezirksposaunentag Mitte Juni in den Festivitäts-Reigen ein.

Theateraufführungen tauchteng leich mehrfach im Terminkalender auf: Mit Friedrich Dürrenmatts Klassiker „Der Besuch der alten Dame“ wagten sich die Schauspieler des Theaterclubs an einen schwierigen Stoff über historische Abgründe in einer Kleinstadt.

Lokalen Bezug verwob Autor Jürgen Hartmann in das Kriminalstück „Die Tote vom Wöhrd“, das Anfang Juli auf dem Wöhrd als Freiluft-Inszenierung spannende Unterhaltung und Einblicke in das Leben in Sulz zur Zeit der Salzsieder und Flößer bot.

Buchstäblich Schritt für Schritt in die Stadtgeschichte eintauchen wollten viele historisch Interessierte bei Stadtführungen: Herwart Kopp legte den Schwerpunkt Anfang Juni auf die Salzgewinnung und die Rolle der Saline. Zum Auftakt des Sulzer Sommer-Spaßes erklärte der Archivar dasselbe Kindern unter dem Motto „Woher der Name Sulz kommt“. Klaus Schätzle hingegen befasste sich eher mit der neueren Geschichte: Ende Juni standen Demokratie und Revolution ab 1848 im Fokus, Ende August ging‘s um Widerstand im Dritten Reich.

Die Heimat einschließlich sämtlicher Stadtteile wollte eine stattliche Zahl an Wanderern im August mit Peter Vosseler kennenlernen: Bei vier Touren führte der Alt-Bürgermeister insgesamt über 120 Interessierte rund um Sulz und alle Teilorte und erklärte lokale historische Hintergründe. Der Schwäbische Albverein erkundete bei einer weiteren geführten Wanderung den Jubiläumsweg.

Das älteste erhaltene Denkmal auf Sulzer Gemarkung, den Römerkeller, wollten bei einem Rundgang mit dem Kultur- und Heimatverein Mitte August ebenfalls zahlreiche Neugierige kennenlernen.

Auf Interesse stieß zudem die Führung auf der Ruine Wehrstein in Fischingen mit dem Förderverein Ende Juni.

Gefeiert wurde das Jubiläumsjahr natürlich auch mit Festen: Das Ruinenfest auf der Ruine Albeck mit dem Förderverein bot Mitte Juni die Möglichkeit, die mittelalterlichen Spuren der Stadtgeschichte zu erkunden.

Der Umzug beim Neckar- und Kinderfest stand diesmal unter dem Motto „1225 Jahre Sulzer Geschichte(n)“. Die Kinder aus den Kindergärten und Grundschulen hatten sich dazu passend kostümiert. Erstmals war der Kinderfestmontag eine gesamtstädtische Angelegenheit mit Beteiligung einiger Einrichtungen auch aus Ortsteilen.

Erst wenige Tage zurück liegen die zwei Veranstaltungen im Herbst: Zum einen die Vorstellung von „Krieg, Fehde, Belagerung“, der Auftrags-Dokumentation des Fördervereins Ruine Albeck beim Historiker Casimir Bumiller, zum anderen der „Tag der offenen Tür“ in der Stadtbücherei.

Lediglich zwei Veranstaltungen mussten ausfallen: Die Stadtführung des Theaterclubs und der „Tag der offenen Tür“ im Stadtarchiv. Beides wird 2016 nachgeholt.

Ganz zu Ende ist das Jubiläumsjahr noch nicht. Die beiden letzten Termine, die Aufführung des „Weihnachtsoratoriums“ durch die Bauder-Kantorei, reichen jedoch wegen der Zweiteilung des Konzerts bis ins neue Jahr hinein – was beweist, dass die Fülle an Terminen anlässlich des Sulzer Jubiläumsjahrs so groß ist, dass sie nicht in einen Jahreskalender passte.

Bilanz des Jubiläumsjahrs „1225 Jahre Sulz“ / Über 20 Veranstaltungen vermittelten Einblicke
Die Urkunde mit der ersten Erwähnung von Sulz als „villa sulza“ (großes Bild) war der Grund für das Jubiläumsjahr „1225 Jahre Sulz“. Dazu gab es etwa Stadtführungen (Mitte), Wanderungen (unten, rechts) oder Theater (links oben: Theaterclub, links unten: Narrenzunft). Der Umzug beim Neckar- und Kinderfest (oben, rechts) stand unter dem Motto „Sulzer Geschichte(n)“.Bilder: Kuball (2), cap (4), maz (1)

Bilanz des Jubiläumsjahrs „1225 Jahre Sulz“ / Über 20 Veranstaltungen vermittelten Einblicke

Die Bauder-Kantorei führt als letzte Veranstaltung im Jubiläumsjahr das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach auf. Der erste Termin ist am Sonntag, 20. Dezember 2015 (Teile I bis III), der zweite am Sonntag, 3. Januar 2016 (Teile IV bis VI).

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05.11.2015, 12:00 Uhr

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