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Stadtbibliothek

Bildungshaus für alle Schichten

Vor drei Jahren nahm der Förderverein der Rottenburger Stadtbibliothek seine Arbeit auf. Jetzt geht es in die heiße Phase.

25.11.2016

Von Dunja Bernhard

Im Juli kommenden Jahres soll die Stadtbibliothek eröffnet werden. Bild: Rumpel

Am Anfang, vor drei Jahren, war die Stadtbibliothek eine Wunschvorstellung, sagt Renate Witte, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbibliothek. Die Stadt Rottenburg hatte eine Stadtbibliothek angedacht. Der Gemeinderat sei bereit gewesen, die Idee mitzutragen. Oberbürgermeister Stephan Neher sprach die mittlerweile pensionierte Lehrerin an, ob sie den Vorsitz eines Fördervereins übernehmen wolle. Witte hatte die Mediothek im Eugen-Bolz-Gymnasium maßgeblich mit aufgebaut.

Den Flyer des Fördervereins zieren zwei Jugendliche. Vor ihnen türmen sich Bücherstapel. Diese Zielgruppe wird wohl am schwierigsten einzubinden sein, sagt Witte. Insbesondere Kinder und Jugendliche für die Stadtbibliothek zu interessieren, ist eines der in der Satzung festgehaltenen Ziele des Vereins. Die anderen sind, die Stadtbibliothek stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, die Angebote finanziell und ideell zu fördern und zur Verbesserung der technischen Einrichtung beizutragen.

Als Förderverein werden sie mit der Frage konfrontiert, ob es heute noch sinnvoll sei, Bibliotheken zu bauen, sagt Ulrich Urban, stellvertretender Vorsitzender. Tradition und Innovation sollen sich in dem Gebäude zwischen Königsstraße und Obere Gasse miteinander verbinden.

Die Bibliothek soll ein Bildungshaus werden, sagt Urban. Für den Berater für Softwareentwicklung ist das im digitalen Zeitalter kein Widerspruch. Genießen, Stöbern, sich treffen und Kaffee trinken, zählt Ulrich die Vorzüge der Stadtbibliothek gegenüber einer einsamen Wissensrecherche am häuslichen Computer auf. Die Stadtbibliothek wird einer der wenigen städtischen Orte, an denen Besucher sich aufhalten können, ohne zu konsumieren. „Sie soll auch zukünftig ein nützliches und lebendiges Instrument sein, um Menschen in Gemeinschaft zu vernetzen.“

Der Förderverein will mit seiner Arbeit im Vorfeld Neugierde wecken, sagt Witte. „Wir sprechen von Fund- und Friendraising“, also: Spenden und Freunde sammeln. Zum einen will der Verein mit Aktionen wie dem Kirschpunsch-Stand auf dem Nikolausmarkt Geld einnehmen für zusätzliche Angebote, die mit dem Etat der Bibliothek nicht zu stemmen sein werden. Andererseits geht es darum, ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. „Sie sollen sich mit der Bibliothek identifizieren.“ So werde aus der Stadtbibliothek „unser Haus“.

Es gehe darum, zu erarbeiten, was eine moderne Bibliothek ausmache und was gut für Rottenburg sei. Bücher, Zeitschriften und andere Medien seien der eine Teil, sagt Urban. Darüber hinaus soll die Bibliothek ein Ort des Austauschs werden. Über aktuelle lokale Politik könnte dort an Themenabenden diskutiert werden. Urban möchte eine Plattform bieten, auf der Themen vereinfacht dargestellt werden. „Wissen soll allen Bevölkerungsschichten vermittelt werden.“

Der Verein denkt an weitere Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Lesepaten oder E-Readerberatung. Der Umgang mit modernen Medien könne in der Bibliothek eingeübt, aber auch in Vorträgen kritisch beleuchtet werden. Das Bibliothekspersonal könne das nicht alles leisten. Die Bücherei soll sich beständig weiter entwickeln, mit der Zeit gehen. „Bibliothek ist mehr als Bücher ausleihen“, sagt Urban. Der Erfolg der Rottenburger Stadtbibliothek sollte sich nicht an der Anzahl der ausgeliehenen Bücher bemessen, findet er.

Der Förderverein hat derzeit 140 Mitglieder. Zehn bis zwölf gehören zum harten Kern. Am 1. Juli 2017 soll die Stadtbibliothek offiziell eröffnet werden. Wächst die Anspannung? Es sei eher entspannend, dass es bald losgeht, sagt Witte. Der Verein will noch einmal verstärkt für Bürgerbeteiligung werben. Denn mit der Eröffnung der Bibliothek ist der Verein ja keineswegs am Ziel. „Die Arbeit geht dann erst richtig los.“

Ulrich Urban Bild: Bernhard

Im Juli kommenden Jahres soll die Stadtbibliothek eröffnet werden. Bild: Rumpel

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Erstellt:
25. November 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
25. November 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. November 2016, 01:00 Uhr

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