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Glücksbringer für zwei Euro

Biosphärengebiet (3): Das Haupt- und Landgestüt Marbach

Eine halbe Million Besucher kommen jährlich nach Marbach ins Haupt- und Landgestüt Marbach. Mit dem Informationszentrum haben sie nun eine weitere Attraktion.

24.08.2012
  • uschi kurz

Marbach. Untergebracht ist das Infozentrum – eines von 16 im Biosphärengebiet – in einem ehemaligen Stall an der Stirnseite des Gestütshofes, der 2010/11 mit Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogrammes umgebaut wurde.

Der Besucher betritt das Infozentrum vom Hof aus durch einen Windfang aus Glas. Im linken Gebäudeteil wurde eine großzügige Ausstellungsfläche geschaffen. Dort, wo einst die Pferde in ihren Boxen standen, werden jetzt die Besucher/innen nicht nur über die Geschichte des ältesten deutschen Gestüts informiert, sie bekommen auch einen Einblick in die Kriterien der verschiedenen Zuchtlinien, die sich im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und erleben Marbach als Ausbildungsbetrieb. Hier erfahren die Besucher etwa, dass Marbach der größte deutsche Ausbilder im Beruf des Pferdewirts ist.

Ein großes Panoramabild an der Wand gibt einen Eindruck von der Weitläufigkeit des Gestüts, das 2014 sein 500-jähriges Bestehen feiert. Der Boden ist eine begehbare Europakarte, auf der die Gestüte verzeichnet sind, die zur Vereinigung der europäischen Staatsgestüte (ESSA) gehören: Marbach ist eines von fast 30. Blickfang aber sind zwei Pferdeskulpturen in Lebensgröße. Eine Bronzeplastik zeigt den legendären Araberhengst Hadban Enzahi, der Mitte der 50er-Jahre aus Ägypten nach Marbach kam und dort mit seinen Genen die Araberzucht nachhaltig prägte. Daneben steht eine als Scheich verkleidete Puppe mit einem Braunen. Wer genau hinschaut, erkennt, dass es sich bei dem Pferd um ein Präparat handelt.

„Das ist 80 Jahre alt, ein Geschenk ans Gestüt – aber keiner weiß mehr, von wem“, erzählt Meike Löhr, die Pressefrau vom Gestüt und Ansprechpartnerin für das Infozentrum. Sie und ihre Kolleg(inn)en beantworten bereitwillig Fragen der Besucher. Ergänzt wird die Ausstellung durch kleine Skulpturen des Dietenheimer Künstlers Wolfgang Schaller, der drei Marbacher Hengste – das Schwarzwälder Kaltblut Feldbach, den Araber Dschehim ox und den Württemberger Elitehengst Gardez – porträtiert hat.

Mitbringsel aus dem Biosphärengebiet und dem Gestüt gibt’s im Shop, der in der rechten Gebäudehälfte, dem ehemaligen Heulager, eingerichtet wurde. Vom Beerentee bis zur Stutenmilchseife reicht das Angebot. „Die Produkte werden total gut angenommen“, sagt Löhr. Gut angenommen wird offensichtlich auch der druckfrische „Stallburschen“-Kalender, der erst seit kurzem im Sortiment ist. Die knackigen jungen Männer, die da den Stall ausmisten oder Pferde striegeln, sind zwar Models, aber fast genauso schön wie die Vierbeiner, von denen immerhin vier in Marbach stehen und dort mit den „Stallburschen“ fotografiert wurden. 22.90 Euro kostet der etwas andere Pin-Up-Kalender. Wem das zu teuer ist, der kann für zwei Euro einen Glücksbringer mitnehmen: Ein von Marbacher Pferden getragenes Hufeisen. Und das ist – im Gegensatz zu den Stallburschen – auch garantiert echt.

Auf der Terrasse hinter dem Haus wird über die Pferdewirtschaft im Biosphärengebiet informiert. An interaktiven Stationen kann man den Pferden die richtigen Ausrüstungsgegenstände zuordnen oder Menschen- mit Pferdestärken vergleichen. Ein Glücksrad gibt Wissen preis. Und nur wenige Meter vom Infozentrum entfernt, in den Ställen und Weiden, wartet das Glück der Erde.

gSiehe „Mit Engelszungen“

Biosphärengebiet (3): Das Haupt- und Landgestüt Marbach
Meike Löhr demonstriert das Inforad: Erscheint im Guckloch oben Warmblut, tauchen in den anderen die zum Pferdetyp passenden Eigenschaften auf.Bild: Faden

Biosphärengebiet (3): Das Haupt- und Landgestüt Marbach

Das Informationszentrum im Haupt- und Landgestüt Marbach hat täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Auch die Ställe sind ganzjährig geöffnet, Stallruhe ist von 12 bis 13 Uhr. Führungen ohne Voranmeldung an Sonn- und Feiertagen um 13.30 und 15 Uhr. Informationen gibt es unter der Telefonnummer: 07385/9695-0 und im Internet unter
www.gestuet-marbach.de

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24.08.2012, 12:00 Uhr

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