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Schneller und sicherer ans Ziel

Bis 2030 soll jeder vierte Verkehrsteilnehmer im Reutlinger Binnenverkehr Radler sein

Der Radverkehr in Reutlingen soll attraktiver werden. Ab sofort dürfen Radler einige Einbahnstraßen in der Oststadt in beiden Richtungen befahren. Weitere Regelungen sollen folgen, die das Radfahren in der Stadt angenehmer, schneller – und vor allem sicherer machen.

09.01.2015
  • Uschi Kurz

Reutlingen. Das Amt für Stadtentwicklung und Vermessung hat ein Maßnahmen-Paket vorgelegt, das den Radverkehr in die Gänge bringen soll. Ein Teil, wie beispielsweise die Öffnung dreier Einbahnstraßen für den Radverkehr in der Oststadt, wurde bereits umgesetzt: Die Aulberstraße, die Schulstraße und die Planie dürfen Radler ab sofort in beide Richtungen befahren.

Bis 2030 soll jeder vierte Verkehrsteilnehmer im Reutlinger Binnenverkehr Radler sein
Radfurtmarkierungen wie hier in der Karlstraße sollen auf die zweirädrigen Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen und für mehr Sicherheit sorgen.Bild: Haas

Als Grundlage für die Planungen dienten Daten des Verkehrsentwicklungsplans sowie allgemeine statistische Erhebungen. Nur zwölf Prozent des Verkehrs in Reutlingen ist demnach Durchgangsverkehr, 42 Prozent ist Quell- und Zielverkehr, den größten Teil macht aber mit 46 Prozent der Binnenverkehr aus. Nur dieser, sagt Amtsleiter Stefan Dvorak, ist steuerbar. Untersuchungen haben gezeigt, dass Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad auf kurzen Strecken von vier bis fünf Kilometern deutlich schneller sind als mit dem Auto – wenn die Topografie mitspielt. In Reutlingen sei dies der Fall, erklärt Dierk Wöhrmann, der Leiter der Abteilung Verkehrsplanung. Fünf Kilometern rund um die Altstadt ist die Stadt flach, zudem seien mit dem Pedelec auch Steigungen machbar. Ein schlagendes Argumente also, wenn es darum geht, mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, zumal knapp die Hälfte der täglichen Autofahrten kürzer sind als fünf Kilometer.

Einen Wandel im Mobilitätsverhalten stellen die Verkehrsplaner bereits fest. So ging der Führerscheinbesitz der 18- bis 35-Jährigen von 1996 bis 2011 bundesweit zurück, von über 90 auf 80 Prozent. Dvorak: „Junge Menschen fahren weniger Auto.“ Etwa im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Radfahrer im Binnenverkehr von Reutlingen von 8 auf 15 Prozent. Das Ziel der Verkehrsplaner ist es, diesen Anteil bis 2030 auf 25 Prozent zu steigern und gleichzeitig den Motorisierten Individualverkehrs von heute 53 auf 38 Prozent zu senken.

Dazu soll das Radverkehrsnetz in Reutlingen sukzessive verbessert werden. Eine Bewertung des bestehenden Radwegenetzes ergab zahlreiche Lücken, Sicherheits- und Komfortmängel. Auch Radverkehrsanlagen, die nicht mehr „richtlinienkonform“ sind, wurden aufgelistet. Wie beispielsweise der Radweg auf dem Gehweg der Gustav-Schwab-Straße Richtung Tübingen. Oder Knotenpunkte ohne geeignete Radwegführung wie das beispielsweise an der Kreuzung Rommelsbacher-/Frankfurterstraße der Fall ist.

Verkehrsplaner Daniel Hammer, der im Juni seine Stelle angetreten hat, stellte die Maßnahmen vor, die 2014 in Absprache mit der Polizei und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) bereits realisiert wurden oder vor der Umsetzung stehen. Mehr Komfort für Radler bieten die Halteringe, die an 40 Ampeln im Stadtgebiet angebracht wurden, und zusätzliche 16 Fahrradboxen am Hauptbahnhof.

Entschärft wurden einige kritische Punkte: So erleichtert beispielsweise eine veränderte Verkehrsführung das Einfahren der Radfahrer von der Burkhardt+Weber Straße in die Straße Unter den Linden. Und an mehreren Stellen im Stadtgebiet machen rote Furtmarkierungen auf die Radler aufmerksam und sollen so für mehr Sicherheit sorgen.

Für 2015 sind weitere Verbesserungen geplant. Beispielsweise in der Konrad-Adenauer-Straße, am Knoten Stuttgarter Straße / Am Heilbrunnen sowie am Knoten Rommelsbacherstraße / Frankfurterstraße. Als erstes soll die viel zu enge Bushaltestelle in der Alteburgstraße an der Einmündung der Peter-Rosegger-Straße verbreitert und gleichzeitig den Radfahrern die gleichberechtigte Fahrt auf der Straße ermöglicht werden. Dvorak: „Der Schutzstreifen auf der Straße ist das zeitgemäße Angebot.“

Insgesamt 170.000 Euro stehen der Abteilung Verkehrsplanung jährlich für Maßnahmen zur Verfügung, die den Radverkehr verbessern sollen. Im nächsten Doppelhaushalt sollen zusätzlich 90.000 Euro eingestellt werden. Mit diesem Geld soll ein externes Büro mit der Erstellung eines Masterplans beauftragt werden, der die Weichen für den Radverkehr der Zukunft stellt. Ein Fahrplan für das nächste Jahrzehnt und darüber hinaus, wie Stefan Dvorak, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Vermessung, betont. Um dies zu erreichen, soll zudem eine weitere Stelle geschaffen werden. Ein erklärtes Ziel der Verkehrsplaner ist es, den Anteil der Radfahrer am Binnenverkehr für Reutlingen von jetzt 15 Prozent auf 25 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erhöhen.

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09.01.2015, 12:00 Uhr

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