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Schokoberge an 100 Ständen – auch mit fair gehandelter Ware

Bis Sonntag ist in der Altstadt wieder Chocolart

„Wollen Sie mal probieren?“ Das ist die häufigste Frage auf der Chocolart in Tübingens Innenstadt. Und ein „Gerne“ die häufigste Antwort. Am Dienstag wurde der Publikumsmagnet zum neunten Mal eröffnet. Bis Sonntag bieten über 100 Händler ihre Spezialitäten an.

02.12.2014
  • SABINE LOHR

Tübingen. Der erste Chocolart-Tag ist der mit den traditionell wenigsten Besuchern. Dafür scheinen sich so ziemlich alle, die am Nachmittag auf dem Schokoladenmarkt unterwegs waren, gut auszukennen und zu wissen, was sie wollen. „Jetzt müsset mer no da nonder, zu dem mit denne runde Tafle“, sagt eine Frau zu ihrem mit diversen Tüten ausgestatten Mann. Und ein Schüler klärt seine Freunde darüber auf, dass man „da oben immer was zum Probieren bekommt“, woraufhin die ganze pubertierende Gruppe strahlend und zielstrebig von dannen zieht.

Überhaupt die Schüler: Es scheint inzwischen guter Brauch zu sein, nach Schulschluss auf die Chocolart zu gehen, um dort wahlweise in Schokolade getauchte Obstspieße oder einen Becher heißen, dicken Kakao zu sich zu nehmen. Aber auch die Pommes mit Ketchup und die Bratwurst mit Senf gehören längst zur Chocolart – als willkommene Abwechslung zu all den süßen Köstlichkeiten.

„Ein OB to go gefällig?“ fragt Oberbürgermeister Boris Palmer gut gelaunt am Stand der Schulseelsorge und bietet damit nicht etwa sich selbst, sondern den Schokololli mit seinem von TAGBLATT-Karikaturist Sepp Buchegger gezeichnetem Konterfei an.

Der Lisa-Federle-Lolli verkauft sich bestens. „Die Lilly Zapf ist ja nicht so gut gegangen letztes Jahr“, begründet Schuldekan Hans-Joachim Heese die Entscheidung für das Schokoladenporträt der Notärztin und ehemaligen CDU-Stadträtin. Außerdem: „Es gibt ja gar nicht so viele berühmte Frauen in Tübingen.“

Ein Stück weiter, mitten auf dem Marktplatz, steht das nächste Pagodenzelt, vor dem sich die Besucher amüsieren. Schrauben, Gewinde, Wasserhähne, Schraubenzieher und sogar kleine Pistolen aus rostig wirkender Schokolade reizen vor allem Männer zum Öffnen ihrer Geldbeutel.

Frauen dagegen gucken fasziniert zu, wie Chocolatier Johannes Becker Schaumhäufchen für Schaumhäufchen auf ein Blech setzt – alle gleich groß und gleich geformt, in rosa und in weiß. Mit Schokolade überzogen werden sie zu den Chocolinos. Die können inzwischen auch die Miniköche aus Mössingen, Kusterdingen und Gönningen herstellen. Das zeigen sie heute und morgen jeweils von 16 bis 17 Uhr im „Chocolate Room“ genannten Zelt.

Jörg Romanowski vom Handel- und Gewerbeverein ist besonders stolz darauf, dass der Anteil an fair gehandelter Schokolade auf der Chocolart sehr viel höher ist als der bundesweite Handelsanteil. Rund ein Drittel der Händler bietet heuer Fair-Trade-Schokolade an. Und zwar in jeder Form: Als Tafel, Pralinen oder Kakaogetränk. Passend dazu hält der 24-jährige Jan-Marcel Schubert am Freitag um 18 Uhr in der Hirsch-Begegnungsstätte einen Vortrag über seine südamerikanischen Umweltschutzprojekte und über fairen und direkten Handel von Kakao.

Auffallend in diesem Jahr ist die Durchmischung mit Ständen, an denen keine Schokolade angeboten wird. Bratwurst gibt es gleich mehrmals, auch Flammkuchen, Schupfnudeln und Hot Dogs gibt es. Dazu Bier, Wein, Sekt zum Abrunden der Genüsse.

Bis zum Schluss der Chocolart werden an die 300 000 Besucher erwartet. Vor allem am Wochenende wird die Stadt rappelvoll sein. Hans-Peter Schwarz von „Tübingen erleben“ rechnet dann mit rund 80 000 Gästen – allein am Samstag.

Bis Sonntag ist in der Altstadt wieder Chocolart
Besonders abends ist der Besuch der hübsch beleuchteten Chocolart ein Erlebnis. Bild. Metz

Die Chocolart ist vom heutigen Mittwoch bis Freitag jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Am Samstag, 6. Dezember, geht sie bis 23 Uhr und ist verbunden mit der „langen Einkaufsnacht“. Am Sonntag ist der Markt von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Rund um den Markt gibt es ein großes Programm. Unter anderem werden Pralinenkurse angeboten, Stadtführungen, Vorführungen der Schokoladenmalerei, Vorträge, Konzerte und Kabarett. Das Programmheft ist an der „Choco-Info“ auf dem Holzmarkt, gegenüber der Stiftskirche, zu haben. Die Stiftskirche ist während des Marktes als „Raum zum Innehalten“ geöffnet.
Der Wochenmarkt weicht heute, am Freitag und am Samstag zur Jakobuskirche aus.

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02.12.2014, 12:00 Uhr

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