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Jetzt in Hannover

Bis dann, Helge

Da steht ein Mann in seinem Hotelzimmer und kickt hilflos nach einem unsichtbaren Gegner. Er ist stocksauer, weil der Gegner ihn in dieses Hotelzimmer zwingt, obwohl er doch auf der Bühne stehen müsste, denn da gehört der Mann hin, der Helge Schneider heißt und eigentlich genau jetzt einen Auftritt hätte.

19.11.2015
  • LENA GRUNDHUBER

"Jetzt in Hannover", so hat der Komiker das kurze Video genannt, das er am Dienstagabend noch, offenbar in einem Wutanfall, auf Facebook gepostet hat, nachdem er seine Lesung in Hannover wegen der Terrorwarnung absagen musste. "Obwohl ich äußerst durchtrainiert bin und fit."

Zwei Minuten und 18 Sekunden, die millionenfach abgerufen wurden in den sozialen Netzwerken. Denn der Künstler, der "jetzt in Hannover" saß, dem ging es wie jedem anderen, der "jetzt in Berlin", "jetzt in Stuttgart", "jetzt in Ulm" zur Kenntnis nehmen musste, dass der Terror des IS uns dazu bringen kann, Freundschaftsspiele von Fußballern und Lesungen von Komikern abzusagen.

"Aus Sicherheitsgründen", sagt Helge Schneider, das sagt er zwei Mal in diesen 2:18 Minuten. Er sagt nicht: Die Terroristen gefährden unsere Sicherheit. Er sagt auch nicht: Wir gefährden unsere offene Gesellschaft, weil wir uns von den Islamisten einschüchtern lassen. Und er sagt vor allem nicht: Ich habe Angst.

Helge Schneider sagt einfach nur, was Sache ist: "Jetzt bin ich in meinem Hotel und ess 'ne Mandarine. Man sacht, Vitamine wär' gesund." Und während er schält und zupft und ein Stückchen Mandarine nach dem anderen dabei verspeist, redet er noch ein bisschen und schaut Fernsehen. Er sitzt wie alle anderen in Berlin und Stuttgart und Ulm ratlos vor der Kiste, um zu gucken, "wie das da so weitergeht". Und wieder sagt er nicht: Wir müssen den IS bekämpfen. Er sagt nicht: Wir sind im Krieg. Und er sagt auch nicht: Wir müssen unsere Freiheit verteidigen.

Helge Schneider sagt: "Ich kann nur sagen, wenn das so weitergeht und ich am Ende morgen auch nochmal absagen muss - dann komm ich Donnerstag wieder."

Danke, Helge. Und bis dann.

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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