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Die freundliche Gesellschaft verteidigen / IHK: Antwort auf Terror ist mehr Freiheit

Bischof Fürst: Muslime nicht unter Generalverdacht stellen

Nach den Terroranschlägen in Paris hat der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst davor gewarnt, Muslime unter Generalverdacht zu stellen.

15.11.2015
  • dpa

Bischof Fürst: Muslime nicht unter Generalverdacht stellen
Bischof Gebhard Fürst. Foto: C. Schmidt/Archiv

In einem Kondolenzbrief an Kardinal André Armand Vingt-Trois schrieb Fürst am Samstag, dass die Attentäter Europa „tief ins Mark getroffen“ und Paris „zur traurigsten Stadt Europas“ gemacht hätten. Durch die Anschläge seien die auf gemeinsamen christlichen Wurzeln gründende Werte der Menschenwürde, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Hoffnung „zutiefst verletzt und beschädigt“ worden.

Fürst zeigte sich in dem Brief an seinen Amtsbruder zuversichtlich, dass es den Feinden der freiheitlichen Demokratie nicht gelingen werde, „das friedvolle Miteinander der Religionen auszulöschen“. Das bekräftigte er gestern im Rottenburger Dom: „Wir werden den Mördern und Extremisten nicht den Gefallen tun, das in der Regel gute Miteinander von Christen und Muslimen in unserem Land in Gefahr zu bringen.“ Es gelte, eine freundliche Gesellschaft zu verteidigen, nicht zuletzt auch im Interesse derer, die hierzulande Schutz gerade vor diesem Tod bringenden Terrorismus des IS suchen.

„Erschüttert und entsetzt“ haben IHK-Präsident Christian O. Erbe und Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp auf den Terror reagiert. In einem Brief an die Spitze der Deutsch-Französischen Handelskammer in Paris drückte die Spitze der Reutlinger Industrie- und Handelskammer ihr Mitgefühl mit den Familien und Freunden der Getöteten aus, „die Opfer von Hass und Intoleranz geworden sind“. Erbe und Epp plädierten dafür, dass sich die Gesellschaften in Deutschland und Frankreich weiter für die Ideale von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Die Antwort auf den Terror werde „mehr Freiheit, mehr Offenheit und mehr Gleichberechtigung sein“.

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und weitere Mitglieder der Landesregierung haben die Terroranschläge in Paris scharf verurteilt. «Dieser perfide Terrorakt ist verabscheuungswürdig und hat uns tief erschüttert», sagte der Grünen-Politiker Kretschmann am Samstag einer in Stuttgart veröffentlichten Mitteilung zufolge. «Hass und Gewalt stellen wir uns gemeinsam entschieden entgegen», betonte der Südwest-Regierungschef. Er habe dem französischen Generalkonsul in Stuttgart tiefes Mitgefühl ausgesprochen.

Der SPD-Landesvorsitzende Nils Schmid kritisierte die Anschläge als feige. «Niemals dürfen und niemals werden wir diesem Terror nachgeben», teilte er nach einer planmäßigen Sitzung des SPD-Landesvorstandes mit. Die Sozialdemokraten hätten zuvor in einer Schweigeminute der Opfer der Anschläge gedacht. «Wir stehen als Europäer zusammen. Und wir lassen uns niemals von diesen feigen Verbrechern einschüchtern», betonte er. «Sie müssen gemeinsam mit aller Entschiedenheit bekämpft werden, staatlich und sittlich», meinte der Politiker.

Auch andere Kabinettsmitglieder drückten ihre Betroffenheit aus. «Die Anschläge sind ein Stich in unser Herz», schrieb Europaminister Peter Friedrich (SPD) bei Twitter. Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Grüne) twitterte: «Die Nachrichten und Bilder aus Paris machen einen fassungslos - und sie zeigen, warum weltweit Menschen vor Terror und Krieg fliehen.»

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15.11.2015, 12:00 Uhr

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