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Katastrophe droht

Bischof Fürst sagt im Irak Hilfe bei Hausbau zu

Bischof Gebhard Fürst hat der kurdischen Erzdiözese Erbil finanzielle Unterstützung beim Bau von winterfesten Unterkünften zugesagt. Er entsprach einer Bitte des Erzbischofs von Erbil, Baschar Warda, der in der vergangenen Woche eine Delegation der Diözese Rottenburg-Stuttgart empfangen hatte.

25.09.2014

Rottenburg. In der nordirakischen Region um Erbil leben derzeit 400 000 bis 500 000 Vertriebene. Bischof Warda hat rund ums Bischofshaus 2500 Menschen in Zelten aufgenommen, die vor dem IS-Terror auf der Flucht sind. Ebenso viele betreut er in einem Rohbau gegenüber dem Bischofssitz, darunter zahlreiche Kinder und alte Menschen. Bis zum Wintereinbruch sollen in einfachen Häusern 250 000 Menschen in dieser Region Unterkunft finden.

„Es muss unbedingt gelingen, den Großteil der Flüchtlinge im Nordirak winterfest unterzubringen und sie mit entsprechender Kleidung auszustatten, sonst droht die nächste humanitäre Katastrophe“, sagte der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese und Reiseteilnehmer Thomas Broch. Grund für die international schleppend anlaufende Hilfe ist laut Broch, dass man weder im Land noch auf internationaler Ebene ausreichend auf so eine Situation vorbereitet sei.

Noch im Juni dieses Jahres hatte sich Warda im Gespräch mit Bischof Fürst in Rottenburg eindeutig gegen eine militärische Intervention ausländischer Kräfte ausgesprochen. Inzwischen hat er seine Meinung laut Broch geändert: IS-Truppen hätten 50 Kilometer vor Erbil gestanden, ohne Hilfe der US-Luftwaffe wäre die Stadt in ihre Hände gefallen, habe der Erzbischof gegenüber der deutschen Delegation erklärt.

Nach Rückkehr von der fünftägigen Nordirak-Reise lenkte der Referent der Akademie der Diözese und Experte für verfolgte Minderheiten, Klaus Barwig, das Augenmerk auf die schätzungsweise rund 400 000 jesidischen Vertriebenen, die sich zum größten Teil in der Region Dohuk aufhalten: „Ihnen geht es am schlechtesten; sie verfügen über keinerlei Strukturen und sind vollkommen auf sich allein gestellt.“ Die kurzfristige Hilfe für die Binnen-Flüchtlinge im Nordirak müsse vor allem humanitärer Art sein und sehr schnell erfolgen, so Broch und Barwig. Mittelfristig müssten Strukturen geschaffen werden, die ein Bleiben und Weiterleben in der Region ermöglichen. „Dazu müssen Kooperationen im Bildungsbereich aufgebaut und ein dauerhafter Dialog zur Versöhnung angebahnt werden“.

Bischof Fürst hatte als erster deutscher Bischof auf direktem Wege die Erzdiözese Erbil bereits Anfang August mit 100 000 Euro Soforthilfe unterstützt und die Taten der IS-Terrorgruppe als „Barbarei unvorstellbaren Ausmaßes“ bezeichnet. ele

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25.09.2014, 12:00 Uhr

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