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Bischof Leiprecht setzte Reformen um
Walter Kasper
„Wir sind dabei, Heiliger Geist!“

Bischof Leiprecht setzte Reformen um

Als „leidenschaftlicher Vertreter“ des II. Vatikanischen Konzils galt Bischof Carl Joseph Leiprecht von der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Unterschiedliche nachkonziliare Akzente setzten seine Nachfolger Georg Moser und Walter Kasper.

11.10.2012
  • Christiane Hoyer

Kreis Tübingen. Leiprecht (Amtszeit: 1949 bis 1974) nahm gegen die Widerstände von Rom Hans Küng als Konzilsberater zur ersten Sitzungsphase nach Rom mit. Der Bischof führte in seiner Diözese „Konzils-Tage“ ein, in Ellwangen schrieb er am 3. April 1966 ins Gästebuch: Das Konzil sei gemäß des Theologen Karl Rahner der Anfang des Anfangs. „Wir sind dabei, Heiliger Geist, wir sind dabei!“ Leiprecht wollte in seinem Bistum mehr Kollegialität und Offenheit wagen. So führte er mit dem Kirchengemeinderat und dem Diözesanrat nachkonziliare Laiengremien ein. Dies trug Leiprecht in konservativen Kreisen den Vorwurf ein, er propagiere die „Herrschaft der Sowjets“.

Bischof Georg Moser (1975 bis 1988) setzte sich in Bischofskonferenzen immer wieder vergeblich dafür ein, dass auch verheiratete katholische Pfarrer die Priesterweihe erhalten und Frauen ordiniert werden können. Eine offene Haltung hatte er bei der Geburtenregelung (Verantwortung des Einzelnen). Die ökumenischen Beziehungen baute er in seiner Amtszeit stark aus.

Walter Kasper (1989 bis 1999), seit 2001 Kardinal, schreibt in seinem Buch „Katholische Kirche“: Bischof Leiprecht habe nach dem Konzil intensive Kontakte zur sogenannten Dritten Welt geknüpft. „Diese Kontakte und Hilfen für ärmere Kirchen waren seither ein Markenzeichen der Diözese.“

Kritik übt Kasper, der einst Assistent bei Hans Küng war, an seinem Lehrmeister: „Die Art, wie er seine Reformideen sozusagen im Alleingang und zunehmend im Konflikt mit Papst und Bischöfen durchzusetzen versuchte, machte mich bald zurückhaltend.“

Bischof Leiprecht setzte Reformen um
Carl J. Leiprecht

Bischof Leiprecht setzte Reformen um
Georg Moser

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11.10.2012, 12:00 Uhr

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