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Bischof fordert zwei Feiertage
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: epd
Herbstgutachten

Bischof fordert zwei Feiertage

Forscher prognostizieren schwächeres Wirtschaftswachstum bei mehr freien Tagen.

29.10.2016
  • DPA

Frankfurt/Main. Bei Beschäftigten sind sie beliebt, in der Wirtschaft stoßen Feiertage dagegen auf wenig Begeisterung. Im kommenden Jahr gibt es nun einen arbeitsfreien Tag mehr. Der Reformationstag am 31. Oktober 2017 ist zum 500. Jubiläum ein bundesweit gesetzlicher Feiertag. Und der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat gar vorgeschlagen, dass der Reformationstag und der Buß- und Bettag künftig bundesweit gesetzliche Feiertage werden sollen – damit das Land „zur Besinnung“ kommen könne.

Weniger Arbeitstage machen sich beim Wirtschaftswachstum bemerkbar. So sagen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten für das kommende Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent in Deutschland voraus. In diesem Jahr sollen es noch kräftige 1,9 Prozent sein. Ein Grund: Mehr Feiertage fallen 2017 auf einen Wochentag, zum Beispiel der erste Weihnachtsfeiertag und der 1. Mai. Bereinigt um den Kalendereffekt erwarten die Ökonomen einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,6 Prozent.

Wirtschaftsforscher Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln rechnet vor: Mehr als 10 Mrd. EUR beträgt die Wertschöpfung an einem Arbeitstag. Selbst wenn ein Teil davon später nachgeholt wird, komme da schnell 0,1 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung zusammen. Die Bundesbank kommt in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass 1 Prozent mehr Arbeitstage im Schnitt zu einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung um 0,3 Prozent führen. Zum Jahresende sei die Wirkung allerdings geringer, unter anderem weil viele Unternehmen um Weihnachten herum ohnehin die Produktion herunterfahren würden.

Und welche Folgen hat der Reformationstag 2017? „Er spielt als ein einmaliger Effekt nur eine geringe Rolle“, sagt Ökonom Peter Hohlfeld von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. „Auf lange Sicht kompensieren sich die Schwankungen beim Bruttoinlandsprodukt, die auf der jährlich unterschiedlichen Zahl der Arbeitstage beruhen.“ dpa

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29.10.2016, 06:00 Uhr

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