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Freibeträge für zwei Jahre

Bislang alle zwölf Monate Antrag beim Finanzamt nötig

Rechtzeitig vor dem Jahreswechsel sollten Arbeitnehmer überprüfen, ob sie sich noch Freibeträge beim Finanzamt eintragen lassen können. Es gibt eine Erleichterung: Künftig sind sie zwei Jahre lang gültig.

09.11.2015
  • DIETER KELLER

Berlin Die Lohnsteuerkarte aus Pappe gibt es schon seit 2014 nicht mehr. Doch weiterhin können Arbeitnehmer beim Finanzamt Freibeträge beantragen, damit sie weniger Lohnsteuer vom Gehalt abgezogen bekommen. Dies geschieht mit Hilfe von Elstam, den Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen, die das Finanzamt direkt dem Arbeitgeber übermittelt. Vor dem Jahreswechsel sollten Arbeitnehmer mehrere Dinge beachten:

Freibeträge für 2015 Noch bis zum 30. November können Freibeträge für dieses Jahr beantragt werden. Dies ist beispielsweise möglich, wenn die Werbungskosten voraussichtlich den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 EUR im Jahr für Arbeitnehmer übersteigen. Dabei zählen etwa die Entfernungspauschale für die Fahrt zum Arbeitsplatz, nicht vom Arbeitgeber erstattete Reisekosten sowie Kosten der doppelten Haushaltsführung, von beruflich bedingten Umzügen, für Fortbildung, Arbeitszimmer, Fachliteratur und Arbeitsmittel. Hinzu kommen Sonderausgaben wie zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten von maximal 6000 EUR im Jahr sowie außergewöhnliche Belastungen. Ein Freibetrag wird nur eingetragen, wenn die Ausgaben zusammengerechnet 600EUR überschreiten. Wer noch bis Ende November aktiv wird, bekommt im Dezember weniger Lohnsteuer abgezogen oder gar Geld zurück. Sicherheitshalber sollte der Arbeitnehmer das Lohnbüro über die Änderung informieren, empfiehlt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL).

Freibeträge ab 2016 Bisher mussten die Freibeträge jedes Jahr neu beantragt werden. Das ändert sich ab 2016: Dann sind sie erstmals für zwei Jahre gültig. Anträge sind bereits seit dem 1. Oktober möglich. Sie gelten dann vom 1. Januar 2016 bis maximal 31. Dezember 2017. Auch in Zeiten von Elstam müssen dafür noch Papierformulare ausgefüllt werden, ein "ziemlich anachronistisches Verfahren", kritisiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Das Formular hat sechs Seiten, wenn ein Freibetrag erstmals oder ein höherer Betrag als im Jahr zuvor beantragt wird. Fällt er dagegen geringer aus, reicht der zweiseitige "Vereinfachte Antrag auf Lohnsteuerermäßigung". Sollten sich die Verhältnisse im Lauf des Jahres ändern, so kann jederzeit ein Antrag auf einen höheren Freibetrag gestellt werden. Umgekehrt sind Arbeitnehmer verpflichtet, das Finanzamt zu informieren, wenn die bereits genehmigte Lohnsteuerermäßigung nicht mehr gerechtfertigt ist. Zudem muss in aller Regel eine Steuererklärung abgeben, wer in den Genuss eines Freibetrags kommt.

Freistellungsaufträge Zinsen und andere Kapitalerträge bleiben bis 801 EUR pro Person und Jahr steuerfrei, wenn ein solcher Auftrag der Bank oder dem Finanzdienstleister erteilt wurde. Bis Ende 2010 musste dabei die persönliche Steuer-Identifikationsnummer (ID-Nummer) nicht angegeben werden. Ende dieses Jahres läuft diese Übergangsregelung aus. Daher werden alle Freistellungsanträge ohne ID-Nummer ab 1. Januar 2016 automatisch unwirksam, und die Bank muss ab dem ersten Euro 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli und Kirchensteuer einbehalten. Daher empfiehlt der NVL, im Zweifelsfall bei der Bank nachzufragen.

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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