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Kommentar

Bitte keine Umerziehung

15.04.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Auf Nebenstraßen ist Tempo 30 längst Alltag, und die Bürger halten es für sinnvoll. Doch Maria Krautzberger ist das nicht genug: Die Präsidentin des Umweltbundesamtes meint, uns auch mit Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen beglücken zu müssen. Das bringe bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle.

Ob letzteres stimmt, kann offen bleiben. Jedenfalls sind sie und ihr Amt dafür nicht zuständig. Ob weniger Tempo tatsächlich für bessere Luft sorgt, ist sich nicht einmal das Umweltbundesamt sicher. Es gebe kaum Untersuchungen, und wenn, zeigten sie eine leichte – und nicht etwa eine deutliche – Abnahme der Luftschadstoffbelastung, heißt es in einer Broschüre der Behörde. Ausgerechnet an diesem entscheidenden Punkt fällt ihr erstaunlich wenig ein, außer dem Hinweis, großen Einfluss habe die Qualität des Verkehrsflusses. Da stellt sich die Frage, ob der sich auch durch andere Maßnahmen wie die Gestaltung von Kreuzungen und bessere grüne Wellen positiv beeinflussen ließe.

Einschneidende Vorschriften wie Tempo 30 machen nur Sinn, wenn die Bürger sie akzeptieren. Auf Umerziehung verzichten sie ebenso gerne wie auf Wichtigtuerei einer Behördenleiterin.

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15.04.2017, 06:00 Uhr

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