Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Tübingen

"Bleib in Tübingen" droht das Aus

Tübingen. Dem Projekt "Bleib in Tübingen" droht das Aus, vermeldet die Tübinger Stadtverwaltung. Es betreut seit zwei Jahren Flüchtlinge, die es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer haben, einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung zu finden. Seitdem wurden 364 Menschen bei ihrer Suche nach Normalität begleitet, 95 von ihnen haben einen Arbeitsplatz bekommen, 13 einen Ausbildungsplatz erhalten.

15.10.2010

Noch inoffiziell erfuhr die Stadt am 14. Oktober, dass die Bundesmittel für das aus städtischer Sicht "überaus erfolgreiche Projekt" ab Januar kommenden Jahres drastisch gekürzt werden sollen. „Ob unter diesen Umständen die Arbeit überhaupt noch fortgeführt werden kann, ist aus heutiger Sicht fraglich“, so Erster Bürgermeister Michael Lucke in einer ersten Einschätzung. Eine endgültige Aussage sei allerdings erst möglich, wenn der offizielle Bescheid vorliegt.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert seit Oktober 2008 genau 43 lokale und regionale Netzwerke, die Flüchtlinge bei ihrer Suche nach Arbeit und Ausbildung unterstützen. In Tübingen hatten das Asylzentrum, das Job Center Tübingen und die Neue Arbeit Zollern-Achalm e.V. gemeinsam mit der Stadt das Netzwerk „Bleib in Tübingen!“ gegründet.

Das Projekt wird über den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert.

INFO

Viele Flüchtlinge sind bereits seit Jahren oder Jahrzehnten in Tübingen. Sie kommen aus dem Kosovo, Bosnien, Algerien oder dem Libanon. In ihrer alten Heimat herrscht Krieg oder sie werden verfolgt. Arbeit suchen dürfen sie in der neuen Heimat erst seit 2006 oder 2007, vorher hat der Gesetzgeber das nicht zugelassen. Doch die Gesetzesänderungen haben auch eine Kehrseite: Mit dem erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt droht zugleich die Abschiebung – selbst nach Jahrzehnten der Duldung, sofern es den Menschen nicht gelingt, sich durch eigene Arbeit von Sozialleistungen unabhängig zu machen. Das Netzwerk versucht, möglichst konkrete und individuelle Hilfe anzubieten und Lösungsstrategien für die Gesamtfamilie zu erarbeiten. Beim Job Center wurde eine Vermittlungsstelle „Arbeit für Flüchtlinge“ eingerichtet. Das Asylzentrum und die Universitätsstadt bieten konkrete und individuelle Einzelfallberatung an.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

15.10.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball