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Blick auf die Welt der Superreichen
Die „Eclipse“, eine der größten Yachten der Welt, gehört dem russischen Oligarchen Roman Abramovitch. Hier liegt sie vor Antibes. Foto: afp Foto: afp
Wissenschaft

Blick auf die Welt der Superreichen

Mega-Yachten sind Prestige-Objekt und Spielzeug von Millionären und Milliardären. Eine Britin schreibt eine Doktorarbeit über die begehrten Luxus-Schiffe und ihre Besitzer.

05.12.2016
  • JOCHEN WITTMANN

Das dürfte einmal eine Doktorarbeit werden, die sich zu lesen lohnt. Die Britin Emma Spence sitzt zur Zeit an einer Dissertation über die Superreichen dieser Welt und ihre Super-Yachten. Es dürfte kaum einen Weg geben, seinen Reichtum demonstrativer zur Schau zu stellen, als wenn man mit einem riesigen Boot in den Hafen einläuft.

Doch so sichtbar sich die Superreichen geben, so unnahbar sind sie zugleich: Auf ihre schwimmenden Luxusherbergen werden nur eine handvoll verlesener Gäste eingeladen, die entweder ebenfalls sehr begütert oder sehr sexy sind. Kurzum: Man weiß wenig bis nichts über diese Welt. Die Doktorarbeit von Emma Spence wird versuchen, ein wenig Licht darauf zu werfen.

Die Geografin sieht sich dafür bestens qualifiziert, denn sie hatte lange als Stewardess auf Super-Yachten angeheuert. Zuerst nach dem Schulabschluss, dann als Studentin. Auf insgesamt sieben Schiffen hat sie gearbeitet und Millionäre und Milliardäre aus nächster Nähe erlebt. Außerdem jobbte sie ein halbes Jahr lang bei einem Schiffsmakler in Monaco und hat sich auf einer Handelsmesse für Super-Yachten in Florida umgeschaut. Jetzt arbeitet sie an der Universität von Cardiff daran, ihre Erfahrungen wissenschaftlich umzusetzen, und schreibt ihre Dissertation, Arbeitstitel: „Superreiche Seelandschaften. Erkundung der sozialen und kulturellen Geografien der superreichen Mobilität“.

Ein sehr exklusives Spielzeug

Eine Super-Yacht – definiert als ein Schiff, das mindestens 24 Meter lang ist und eine professionelle Crew braucht – ist ein sehr exklusives Spielzeug. Zum einen kostet sie viel Geld – mindestens eine Million Dollar pro Meter Länge, so die Faustregel. Zum anderen ist der Unterhalt teuer, rund zehn Prozent des Kaufpreises pro Jahr, rechnet man.

Super-Yachten, so Spence, sind einzigartig unter den klassischen Prestigeobjekten. Anders als etwa ein privater Lear-Jet sind sie kein besonders nützliches Transportmittel. Und anders als Kunst oder Immobilien verlieren sie stetig an Wert. Ihre Daseinsberechtigung liegt darin, wie Spence einen Besitzer zitiert, „den Superreichen zu erlauben, ihren Vermögens-Status zu demonstrieren“.

Soll heißen: Mit nichts lässt sich besser angeben. Sie sind das ultimative Statussymbol. Und ihre Funktion ist in erster Linie, für Prestige in der Peergroup zu sorgen, also den eigenen Rang unter Superreichen zu untermauern. Eine Super-Yacht, so Emma Spence, „ist die Eintrittskarte zu einer sehr privilegierten Gesellschaft“. Dabei gibt es „eine große Ungleichheit unter den Superreichen“. Das fängt schon damit an, wer die längere Yacht hat. Ab 70 Meter spricht man von Mega-, ab 100 Meter von Giga-Yachten.

Emma Spence hat die Mobilität von Super-Yachten untersucht. Es gibt zwei Zentren: im Sommer das Mittelmeer rund um St. Tropez, im Winter die Karibik mit Zentrum Florida. Dabei fahren die Yacht-Besitzer vor allem herum, um sich mit anderen Yacht-Besitzern zu treffen. Man will unter sich bleiben.

Im Mittelmeer, meint Spence, gibt es feste Routinen: „Das ist die mondäne Realität: Man startet in Nizza, tuckert nach Monaco und kommt am Wochenende in St. Tropez an, weil sich dort in den Nachtclubs alle anderen einfinden. Und dann geht es wieder zurück nach Nizza.“

Neue Trends bei den Jüngeren

Allerdings gibt es mittlerweile neue Trends. Eine jüngere Generation von Superreichen, meist sind die Krösusse männlich, lässt sich so genannte „Expeditions-Yachten“ bauen, mit denen man dann in die Arktis schippert. Andere nutzen ihr Schiff lediglich als schwimmende Schlafzimmer: Da wird die Yacht nach Hong-Kong geschickt und die Besitzer fliegen später hinterher, um vor Ort angeben zu können.

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05.12.2016, 06:00 Uhr

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