Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Blicke in die Geschichte
der Stasi
Roland Jahn ist heute Hüter der Stasi-Unterlagen. Foto: dpa
Stasi-Akten

Blicke in die Geschichte der Stasi

Vor 25 Jahren öffneten sich die Archive. DDR-Oppositionelle konnten einen Blick in ihre Akten werfen.

03.01.2017
  • DPA

Berlin. Gefasst und gleichzeitig schockiert studierten sie dicke Akten. DDR-Bürgerrechtler Bärbel Bohley, Ulrike und Gerd Poppe, Pfarrer Rainer Eppelmann sowie die Schriftsteller Lutz Rathenow und Sarah Kirsch gehörten zu den Ersten, die vor 25 Jahren in Berlin einen Blick in die Papiere warfen, die die Staatssicherheit über sie angelegt hatte. Am 2. Januar 1992 begann die neu gegründete Stasi-Unterlagen-Behörde mit der Herausgabe von Akten an Betroffene.

„Die Akteneinsicht ist der erste Schritt zur Entgiftung“, sagte Rathenow damals. Heute ist der 64-Jährige Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in Sachsen. Das Recht auf Akteneinsicht war zuvor im Stasi-Unterlagen-Gesetz verankert worden. Bis heute stellten mehr als zwei Millionen Menschen rund drei Millionen Anträge. 2016 beantragten rund 46 120 Menschen Einsicht. Laut Behördenchef Roland Jahn waren es knapp 13 200 Anträge weniger als im Vorjahr. Der heute 63-jährige Jahn berichtete damals über die Aktenöffnung. Er war Mitte der 80er Jahre aus der DDR abgeschoben worden. Er fand in seinen Papieren Skizzen seiner damaligen Wohnung im Westen und des Schulweges seiner Tochter.

Dass es gelang, rechtsstaatlich mit der Hinterlassenschaft der Stasi umzugehen und die Archive zu öffnen, sei weltweit erstmalig, sagt Jahn. Nach dem Mauerfall retteten Bürgerrechtler und Demonstranten einen Großteil der Akten, Filme und Fotos vor der Vernichtung. In Tausenden Säcken lagern noch Papierschnipsel. Erhalten blieben aber mehr als 111 Kilometer laufende Akten. Der künftige Umgang mit ihnen wird seit längerem diskutiert. Siegmund Ehrmann (SPD), Vorsitzender des Bundestags-Kulturausschusses, erinnert daran, dass der Zugang zu den Papieren in den 90er Jahren „keineswegs unumstritten“ gewesen sei. Gerade von der Regierung Helmut Kohls (CDU) habe es Bestrebungen gegeben, die Akten zu vernichten oder wegzuschließen. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.01.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball