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Bluttransport durch die Luft
Notfallarzt Dennis Göbel sieht Drohnen als nützliche Vehikel an. Foto: C. Lietzmann

Bluttransport durch die Luft

17.05.2018
  • DOROTHEE TOREBKO

Berlin. Der Notfallmediziner Dennis Göbel will Drohnen verwenden, um Leben zu retten. Der ehemalige Geschäftsführer des Agaplesion Markus Krankenhauses in der Mainmetropole Frankfurt arbeitet seit vier Jahren daran, dass die autonomen Flieger Blut von einer Blutbank zu einem Krankenhaus transportieren. Dorothee Torebko sprach mit ihm über sein Projekt.

Herr Göbel, warum sind Drohnen besser für den Transport von Blut geeignet als Autos?

Dennis Göbel: Drohnen bringen eine Zeitersparnis von 40 bis 70 Prozent. Ein Kurierfahrer braucht mit dem Auto für eine Fünf-Kilometer-Strecke zwischen 25 bis 45 Minuten. Je nachdem ob Rush Hour ist oder nicht. Eine Drohne benötigt nur 10 Minuten. Egal bei welcher Verkehrslage und zu welcher Uhrzeit.

Kann eine Drohne demnach Leben retten?

Sie kann und sie wird. Viele Kliniken verfügen lediglich über Blut-Depots. Hier wird nur die Menge an Blut bevorratet, die in absehbarer Zeit für Routineeingriffe oder zu erwartende Notfälle benötigt wird. Wenn es dennoch zu einem Mehrbedarf aufgrund von Notfällen kommt, muss Blut aus Blutbanken geholt werden – und das schnell. Hier kann es um Minuten gehen, die über Leben oder Tod entscheiden. Gerade in solchen Fällen sind Drohnen sinnvoll.

Wie steuern Sie die Drohne?

Sie wird vollautonom gesteuert. Das heißt, ein Mitarbeiter bestückt sie mit Blut, drückt auf einen Knopf und sie fliegt über eine vordefinierte Wegstrecke in das Krankenhaus, in der das Blut benötigt wird.

Wie teuer ist ein Flug von der Bank zum Krankenhaus?

Er kostet 5 bis 8 Euro, je nach eingesetzter Drohne. Zum Vergleich: Der Transport kostet je nach Einsatzfahrzeug und Uhrzeit zwischen 30 und 250 Euro.

Derzeit fehlt Ihnen für Ihr Projekt allerdings noch eine Genehmigung. Warum?

Die Genehmigungsbehörden erwarten von uns ein Risiko- und Betriebskonzept und den Nachweis darüber, dass die Drohne zuverlässig ihren Dienst versieht. Um dies nachweisen zu können, planen wir Tests auf einem Militärgelände. Hier wollen wir die Drohne auf Herz und Nieren testen, das heißt potentielle Notfälle wie den Ausfall von Motoren, Störungen im GPS und Wettereinflüsse simulieren. Wenn alle Tests, wovon wir ausgehen, einwandfrei verlaufen, hoffen wir auf eine zeitnahe Genehmigung.

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17.05.2018, 06:00 Uhr

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