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Konzert

Bogen vom Ballett zum Broadway

Sven Gnass hat für das Sulzer Neujahrskonzert seine Kontakte spielen lassen, um an seltene Noten zu gelangen. Ein Drittel der Karten ist schon verkauft.

15.10.2016
  • Dunja Bernhard

BBeim Sulzer Neujahrskonzert spannt Dirigent Sven Gnass einen musikalischen Bogen vom Ballett bis zu Broadway-Melodien. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Mit Maike Boerdam und Carsten Lepper konnte Gnass zwei Musicalsänger verpflichten, die schon auf zahlreichen Bühnen gefeiert wurden: In Stuttgart standen Lepper und Boerdam 2005 zusammen im Musical „Elisabeth“ auf der Bühne. Carsten Lepper arbeitet neben seiner Tätigkeit als Sänger auch als Regisseur und Schauspieler. „Beim Konzert wird Lepper eine kleine schauspielerische Einlage geben“, verriet Gnass im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE.

Unterstützung von Jay Dias

Für das Musikprogramm hat der Musikschuldirektor aus Horb sich wieder auf die Suche nach einigen in Deutschland selten oder noch gar nicht aufgeführten Stücken begeben. Dabei greift der gebürtige Hamburger auf alte Musikerkontakte zurück: Mit Jay Dias saß Sven Gnass vor über 20 Jahren zusammen im Orchestergraben beim „Phantom der Oper“ in Hamburg. Dias wohnt heute in New York am Broadway. Über den Profimusiker kam Gnass an die Noten zu „How do I say I love you?“ aus dem Broadway-Musical „Stella Dallas“. „Das Lied wird wahrscheinlich in Deutschland zum ersten Mal aufgeführt“, sagt Gnass. Maike Boerdam wird das Stück singen.

Ebenfalls über einen alten Bekannten gelangte Gnass an die Originalnoten von John Berry zum Soundtrack von „Jenseits von Afrika“. Berry schrieb auch zahlreiche Filmmusiken zu „James Bond“. An manchen Ideen beißt sich der Leiter der Horber Musikschule jedoch fast die Zähne aus.

Vom weltberühmten Komponisten für Hollywood-Filme Michel Legrand möchte Sven Gnass die Suite aus dem Musicalfilm „Die Regenschirme von Cherbourg“ aufführen. Die Verhandlungen mit der internationalen Musikausleihe in Berlin laufen – Ausgang ungewiss.

Ein Stück von Legrand steht jedoch auf jedem Fall auf dem Programm des Sulzer Neujahrskonzerts: „I will wait for you“ als Duett mit Klavier. Der mittlerweile 84-jährige Michel Legrand „passe sehr auf seine Stücke auf“, weiß Gnass. Deshalb seien die Noten schwer zu bekommen.

Auf neugeschriebene Arrangements greift Sven Gnass bei zwei Liedern aus dem Disney-Musical „Der Glöckner von Notre Dame“ zurück. Aus dem 1999 in Berlin uraufgeführten Musiktheater wird Carsten Lepper die Stücke „Someday“ und „Einmal“ singen.

An den 1989 verstorbenen amerikanischen Komponisten Irving Berlin will der Leiter des Residenzorchesters Baden-Württemberg mit „There’s no business like showbusiness“ erinnern. „Die Noten sind in Amerika ganz frisch zu erwerben“, erzählt Gnass. Die meisten Musik-Theater-Partituren für das Sulzer Neujahrskonzert besorgt der Netzwerker jenseits des Atlantischen Ozeans. In Deutschland seien die Strukturen sehr verkrustet, sagt der Wahl-Nagolder. Es sei schwierig, Aufführungsrechte zu bekommen.

Zu dem bewährten Mix des Neujahrskonzerts gehören auch 2017 wieder gern gehörte Werke der klassischen Musik. Aus Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ konzertiert das Residenzorchester Baden-Württemberg den „Danse de Coupes“. Von Franz von Suppé wird die anspruchsvolle Ouvertüre aus der Komödie „Dichter und Bauer“ zu hören sein. Stücke von Johann Strauss Vater und Sohn gehören schon traditionell zum Neujahrskonzert. Der „Rausschmeißer“ wird auch 2017 der „Radetzkymarsch“ sein – wie jedes Jahr.

Neben dem Sulzer Neujahrskonzert bereitet der Tausendsassa auch schon die Opernfestspiele in Glatt im nächsten Jahr vor. Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ kommt dort auf der Freilicht-Bühne zur Aufführung (wir berichteten). „Fin ch‘ han dal vino“ soll Appetit auf die Aufführung machen. Wer die Champagner-Arie singen und Don Giovanni spielen wird, wird noch nicht verraten. „Das ist mein Überraschungsgast“, sagt Gnass.

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15.10.2016, 01:00 Uhr

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