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Kooperation mit Köpfchen

Bosch-Lehrlinge und Dreifürstenstein-Schüler machen gemeinsame Sache

Der etwas sperrige Begriff „KoSoLeP“ steht für „Kooperation Soziales Lernen in Projekten“. So kompliziert die Bezeichnung, so einfach der Inhalt: Lehrlinge der Reutlinger Firma Bosch machen mit Schüler/innen der Dreifürstensteinschule Theater-, Foto-, Kunst- und Dutzende weitere Projekte.

28.10.2014
  • Amancay Kappeller

Mössingen. Knallvoll war die Aula von Haus A am Freitagvormittag: „KoSoLeP“, kurz „Bosch-Projekt“ genannt, feierte seinen zehnten Geburtstag – und alle Beteiligten kamen, um mitzufeiern. Seit einem Jahrzehnt besteht die Kooperation zwischen der Mössinger Schule und dem Reutlinger Unternehmen mittlerweile. Vor Beginn der Projektpräsentationen blickte Koordinator Roland Strauß, Abteilungsleiter der Hauptstufe an der Dreifürstensteinschule, auf die vergangenen zehn Jahre zurück.

Gemeinsam habe man zahlreiche Ideen entwickelt, geplant und umgesetzt: Das sei „sehr bereichernd“ gewesen. Die Kooperation soll gemeinsames Lernen und soziale Kompetenzen fördern sowie Verständnis für Menschen mit und ohne Behinderung wecken. Auch in den kommenden Jahren wolle man die „Erfolgsgeschichte“ fortsetzen, so Strauß. Die Kooperation ist im Konzept der beruflichen Orientierung und der Vorbereitung auf das Arbeitsleben an der Dreifürstensteinschule fest integriert. Für ihre Aktivitäten wurde die Dreifürstensteinschule bereits mit dem Berufswahlsiegel „BORIS“ von der Landesstiftung Baden-Württemberg und den Industrie- und Handelskammern Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Ein Beispiel: Körperbehinderte Auszubildende beschäftigten sich unter Anleitung der Lehrer Elmar Kleinmann, Peter Röhm und Klaus Bartl mit „Kunst aus Schrott“. René Thiemicke, Adem Yalcinag und Tobias Sauter hat das Projekt Spaß gemacht: „Es war eine Abwechslung zum alltäglichen Arbeiten“, sagen die drei Auszubildenden im Metallbereich der Beruflichen Bildung der Körperbehindertenförderung (KBF). Zwei Wochen lang bastelten und probierten die jungen Männer aus - und entwarfen zahlreiche phantasievolle Kreationen aus Metallabfall, etwa eine Giraffe, eine „Chillkröte“ und die Golden Gate Bridge. Die Rohstoffe besorgten sie sich zuvor auf dem Schrottplatz in Tübingen. Tobias Sauters „Hansi“, ein Männchen aus allen möglichen Metallteilen, thronte auf einem Tisch; Adem Yalcinag und René Thiemicke haben gemeinsam einen „Kurbelstangenzyklop“ zusammengeschweißt - mit rot glühendem LED-Auge.

Rund 100 solcher und anderer Bosch-Projekte wurden seit Bestehen der Zusammenarbeit realisiert. Etwa 700 Schülerinnen und Schüler der Dreifürstensteinschule sowie 200 Auszubildende der Firma Bosch haben an diesen teilgenommen. Ida Willumeit-Reichenecker von der IHK Reutlingen würdigte die Kooperation, indem sie den Beteiligten eine Urkunde überreichte. Von der Robert Bosch GmbH war neben den Auszubildenden, die bei den diesjährigen Projekten mitgemacht hatten, Ausbildungsleiter Gerd Buck anwesend. „Wir sehen mit großer Freude, was an der Schule läuft“, so Willumeit-Reichenecker. Es sei „außergewöhnlich“, was hier geleistet werde. Die zehnjährige Zusammenarbeit solle als „Ansporn, weiterzumachen“ betrachtet werden. Schulleiter Klaus Kramer sagte, er freue sich auf weitere Projekte; allen Beteiligten sprach er seinen Dank aus.

Dieses Mal haben 14 Schulklassen bei den Projekten mitgemacht. Roland Strauß lobte „die bunte Vielfalt der diesjährigen Projekte“. Zuerst präsentierte die Theatergruppe „Froschkönig“ das Ergebnis ihrer Arbeit: Das Märchen wurde auf der Bühne nachgespielt, in Kostümen und mit selber gestalteten Requisiten. Beim Fotoprojekt „Der, die, das muss weg“ starteten die Teilnehmer zunächst eine Umfrage an der Schule. Die Fragestellung lautete: „Was muss weg, damit die Welt besser wird?“ Mittels Beamer wurden Bilder von Treppen, Zigaretten, Blitzern und Baustellen, aber auch von Drogen und Krieg an die Wand geworfen. Dazu wurde eigens gerappt: „Das muss weg, dann wär´ das Leben perfekt.“

Zwischendurch spielte immer wieder die Reutlinger Rockband „Soulhossas“. Bei „Rund ums Obst“ drehte sich für die Schüler alles um die süßen Früchtchen. Die Mädchen und Jungen pflanzten einen Zwetschgenbaum, besuchten eine Mosterei, sammelten selbst Äpfel und ließen diese zu Saft pressen, den sie später in der Schule verkauften.

Zudem stellten sie Apfelringe her. Bei der „Weihnachtsmarktproduktion“ wurden Insektenhäuser und Vogelhäuschen aus Holz, Kronkorkenmagnete und Sterne gefertigt. Berufe und Freizeitangebote rund um Mössingen konnten erkundet und eine mehrtägige Abschlussfahrt geplant werden.

Bosch-Lehrlinge und Dreifürstenstein-Schüler machen gemeinsame Sache
Machen Kunst aus Schrott: Tobias Sauter, René Thiemicke und Adem Yalcinag (von links) mit ihrer Skulptur „Golden Gate Bridge“.Bild: Kappeller

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28.10.2014, 12:00 Uhr

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