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Zu viele Facharbeiter

Bosch: Überhang auch im nächsten Jahr

Schon 120 Mitarbeiter von Bosch in Reutlingen haben einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Wie berichtet, will Bosch bis zum Jahresende 190 Arbeitsplätze abbauen und möglicherweise weitere 180 im kommenden Jahr.

14.10.2010
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Reutlingen. Begründet wird der Arbeitsplatzabbau mit einem „Überhang von Facharbeitern“. Obwohl auch Bosch von der anziehenden Konjunktur profitiere, haben man immer noch nicht den Umsatz von 2007 erreicht, sagte Pressesprecherin Claudia Arnold gestern im Gespräch mit dem TAGBLATT. Lange Zeit, und vor allem nach der Übernahme der Rommelsbacher Belegschaft, habe ein „Ungleichgewicht zwischen Auftragszahlen und Mitarbeiterzahlen“ bestanden.

Reutlingen auf lange Sicht Fertigungsstandort

Dabei bestätigte Arnold, dass „aus heutiger Sicht“ für 2011 tatsächlich ein kalkulatorischer Überhang von 180 Arbeitsplätzen bestehe. Sollte allerdings die positive Entwicklung von 2010 anhalten, „sprechen wir nicht mehr über diese Größenordnung“. Reutlingen, sagte Arnold, sei „langfristig als Fertigungsstandort eingeplant – im Übrigen aber der einzige Standort der Boschgruppe, in dem die Steinkühler-Pause, eine zusätzliche Erholungspause von fünf Minuten je Arbeitsstunde für Akkordarbeiter, noch existiere. Was, laut IG Metall, 350 bis 400 Arbeitsplätzen entspricht). Wie berichtet soll auch die Steinkühlerpause in Reutlingen zur Disposition stehen. Denn für Bosch, sagte Arnold, gehe es darum, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dass man die Arbeitnehmer „massiv unter Druck gesetzt“ habe, um sich ihrer zu entledigen, kann sich die Pressesprecherin von Bosch allerdings nicht vorstellen. Das Angebot sei per Aushang bekannt gemacht worden. Außerdem habe man die Mitarbeiter in dieser Sache sogar „geschult“. Sie hätten also wissen müssen, dass sie nach der Aufhebung des Arbeitsvertrages mit einer Sperrfrist beim Arbeitslosengeld rechnen müssen.

Werkschutz künftig vom Dienstleister?

Der Rechtsberatung der IG Metall sind allerdings Fälle bekannt, in denen sich die Mitarbeiter tatsächlich Druck ausgesetzt sahen. So sei es, nach Gewerkschaftsekretär Ernst Blinzinger, einem Kollegen ergangen, der genesen von einer Krankheit in den Betrieb zurückkam. „Guten Tag, mit dir will ich ein Trennungsgespräch führen“, sei er von seinem Vorgesetzten empfangen worden. Auch andere habe man direkt angesprochen. Spätestens beim zweiten Gespräch, so Blinzinger, sei dann das Angebot unterbreitet worden.

Dass sich in den letzten Tagen die Stimmung unter der Reutlinger Belegschaft verschlechtert hat, dürfte auch mit einem Hinweis des Betriebsrates zu tun haben, wonach sich Bosch in Reutlingen von „Tätigkeiten aus dem Dienstleistungsbereich“, wie dem Werksschutz und der Werksfeuerwehr etwa, trennen wolle.

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14.10.2010, 12:00 Uhr

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